{"id":48985,"date":"2026-11-05T11:20:01","date_gmt":"2026-11-05T10:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/balticwind.eu\/piotr-czopek-psew-um-die-ostsee-ziele-zu-erreichen-brauchen-wir-eine-starke-zusammenarbeit-in-der-ganzen-region\/"},"modified":"2026-11-05T11:37:09","modified_gmt":"2026-11-05T10:37:09","slug":"piotr-czopek-psew-um-die-ostsee-ziele-zu-erreichen-brauchen-wir-eine-starke-zusammenarbeit-in-der-ganzen-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/piotr-czopek-psew-um-die-ostsee-ziele-zu-erreichen-brauchen-wir-eine-starke-zusammenarbeit-in-der-ganzen-region\/","title":{"rendered":"Piotr Czopek, PSEW: \u201eUm die Ostsee-Ziele zu erreichen, brauchen wir eine starke Zusammenarbeit in der ganzen Region\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"czopek-interview-audio\">\n<p><strong>H\u00f6ren Sie das Interview (14 Min., auf Englisch)<\/strong><\/p>\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls preload=\"none\" src=\"https:\/\/balticwind.eu\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/2026-11-05-piotr-czopek-psew-interview-offshore-wind-poland-2026.mp3\"><\/audio><\/figure>\n<\/div>\n<p>Am 17. und 18. November findet in Warschau die Offshore Wind Poland statt, die gr\u00f6\u00dfte Offshore-Wind-Konferenz im Ostseeraum. Die diesj\u00e4hrige Ausgabe f\u00e4llt in eine Zeit, in der der erste Strom aus polnischen Offshore-Windparks bereits ins nationale Netz flie\u00dft.<\/p>\n<p>Krzysztof Bulski sprach mit Piotr Czopek, Vizepr\u00e4sident des Polnischen Windenergieverbands (PSEW), der die Konferenz ausrichtet, dar\u00fcber, warum die Veranstaltung regional geworden ist, wie der Ostseeraum seinen R\u00fcckstand bei den Zielen f\u00fcr 2030 aufholen kann und was \u201eLocal Content\u201c f\u00fcr ausl\u00e4ndische Zulieferer bedeuten sollte.<\/p>\n<p><em>Das Interview wurde f\u00fcr den Podcast Baltic Perspective aufgezeichnet. Es wurde gek\u00fcrzt und redaktionell bearbeitet.<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Offshore Wind Poland begann als Konferenz \u00fcber den polnischen Markt. Heute ist sie eine regionale Veranstaltung. Wie hat sich der Ansatz des PSEW ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst haben wir uns auf den polnischen Markt und die Entwicklung der ersten Projekte im polnischen Teil der Ostsee konzentriert. Heute sehen wir: Wenn wir all diese Gigawatt in der Ostsee realisieren wollen, m\u00fcssen wir rund um das gesamte Meer zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Diese Zusammenarbeit umfasst nicht nur die acht Ostseeanrainerstaaten, sondern auch Norwegen, das zwar nicht direkt an der Ostsee liegt, sich aber stark in der Region engagiert. Diese neun L\u00e4nder m\u00fcssen zusammenarbeiten, um die Ziele zu erreichen, die in vielen Dokumenten auf EU-Ebene und dar\u00fcber hinaus festgelegt wurden.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir einen eigenen Teil der Konferenz, den Baltic Offshore Strategy Summit, ausschlie\u00dflich der Zusammenarbeit der Ostseestaaten gewidmet, um mehr Gigawatt in die Ostsee zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Ein aktueller regionaler Bericht erwartet f\u00fcr die Ostsee bis 2030 rund 9,5 GW. Das ist weniger als die H\u00e4lfte der 19,6 GW aus der Marienborg-Erkl\u00e4rung. Polen liegt bei seinem Anteil im Plan, doch es gibt eine L\u00fccke. Wie l\u00e4sst sie sich schlie\u00dfen?<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass politische Erkl\u00e4rungen das eine sind und die Umsetzung das andere. Umgesetzt wird von der Wirtschaft, mit starker Unterst\u00fctzung der Regierungen. Es braucht aber eine st\u00e4rkere Zusammenarbeit und einen Bottom-up-Ansatz.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir beschlossen, gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen voranzugehen, und auch gemeinsam mit Orlen, das am 3. September auf seiner Baltic Energy Conference eine eigene Kooperationsinitiative gestartet hat. Unsere Konferenz sehen wir als Fortsetzung dieser Arbeit. Je mehr wir sind, desto st\u00e4rker sind wir. Indem wir in der Branche dar\u00fcber sprechen, wie die Umsetzung gelingt, und zus\u00e4tzliche Zwischenziele festlegen, k\u00f6nnen wir erreichen, was politische Erkl\u00e4rungen allein nicht leisten.<\/p>\n<p><strong>Local Content ist in der Branche seit Jahren ein Thema, doch erst seit Kurzem hat die polnische Regierung es zum Teil ihres politischen Narrativs gemacht. Aus Zusagen werden Auftr\u00e4ge. Wo liegen die Chancen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen in der Lieferkette, mit oder ohne polnischen Partner?<\/strong><\/p>\n<p>Der PSEW hat die Diskussion \u00fcber Local Content vor vielen Jahren begonnen, vor f\u00fcnf bis sieben Jahren, als die Ziele und die Regulierung f\u00fcr Offshore-Wind vorbereitet wurden. Es ist sehr gut, dass die Regierung das Thema heute weit oben auf die Agenda setzt.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit dem Wind Industry Hub einen Vorschlag f\u00fcr eine Industriestrategie f\u00fcr Offshore-Wind erarbeitet. Auf Regierungsebene gibt es bei der Verabschiedung einer solchen Strategie keine Bewegung, aber einige Ma\u00dfnahmen werden ergriffen, und das ist gut.<\/p>\n<p>Wir betonen au\u00dferdem, dass Local Content europ\u00e4ische oder regionale Wertsch\u00f6pfung bedeuten sollte. Kein einzelnes Land wird es allein schaffen oder der Konkurrenz asiatischer Hersteller standhalten. Wenn wir in Europa Kapazit\u00e4ten aufbauen wollen, m\u00fcssen wir regional und europaweit zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Das ist nicht nur als Impuls f\u00fcr die nationalen Volkswirtschaften und die europ\u00e4ische Wirtschaft wichtig, sondern auch f\u00fcr die Versorgungssicherheit. Der polnische Markt ist mit rund 18 GW beachtlich. Der europ\u00e4ische Markt umfasst aber rund 300 GW. W\u00e4hrend sich unsere Industrie auf dem polnischen Markt entwickelt, kann sie Ausr\u00fcstung und Dienstleistungen f\u00fcr diese deutlich gr\u00f6\u00dfere Projektpipeline liefern. Deshalb braucht es Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><strong>WindEurope setzt sich in Br\u00fcssel f\u00fcr eine bessere Unterst\u00fctzung von Lieferketten aus der EU ein, und in Br\u00fcssel wird eine Gruppe von L\u00e4ndern immer besser geh\u00f6rt als ein einzelnes. Wie gro\u00df ist die Chance, dass die Branche auf der Offshore Wind Poland eine gemeinsame Stimme findet?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist entscheidend. Schauen wir auf die Nordsee: Die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Regierungen und anderen Akteuren hat diesen L\u00e4ndern geholfen, dorthin zu kommen, wo sie heute stehen. Die Ostsee braucht dasselbe.<\/p>\n<p>In Polen setzen wir um, was wir geplant haben, und das ist ein starkes Signal an den Markt. Andere M\u00e4rkte befinden sich in einer anderen Lage. Polen kann ein Beispiel daf\u00fcr sein, wie man Projekte in der Ostsee umsetzt, und wir wollen zeigen, wie wir es gemacht haben, und andere ermutigen, im gleichen Tempo oder schneller voranzukommen. Eine breitere Projektpipeline ist auch das, was unsere Industrie zum Wachsen braucht.<\/p>\n<p>Auf dem Gipfel werden wir dar\u00fcber sprechen, wie gemeinsame Projekte umgesetzt werden k\u00f6nnen und sogar, wie sie in der Region zeitlich gestaffelt werden k\u00f6nnten. Wir wollen Jahre ohne jegliche Baut\u00e4tigkeit, gefolgt von einem Ansturm, vermeiden, denn das kostet mehr als ein stabiles Ausbautempo.<\/p>\n<p><strong>Auch die Sicherheit steht heute weit oben auf der regionalen Agenda.<\/strong><\/p>\n<p>Ja, eines der Hauptpanels des Gipfels widmet sich der Sicherheit kritischer Offshore-Infrastruktur. Wir sehen, wie viele neue Bedrohungen in der Ostsee seit dem russischen Angriff auf die Ukraine entstanden sind. Wir m\u00fcssen ihnen gegen\u00fcber widerstandsf\u00e4hig sein, und das erfordert Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Die Ostsee ist ein relativ kleines Becken, aber dennoch ein riesiges Gebiet, das \u00fcberwacht und gesch\u00fctzt werden muss. Wir m\u00fcssen die Bedrohungen verstehen und uns darauf verst\u00e4ndigen, wie wir ihnen begegnen. Es braucht Regeln, und Projektentwickler und Marinen m\u00fcssen zusammenarbeiten, um Sicherheit in der Ostsee zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><strong>Lange Zeit blickte Polen nach S\u00fcden, wenn von \u201eder Region\u201c die Rede war. Die Offshore-Windenergie hat gezeigt, wie starke Partner wir rund um die Ostsee haben, und heute beweist die Sicherheitslage, wie unverzichtbar diese Zusammenarbeit ist. \u00dcber die Branche hinaus geht es auch um H\u00e4fen, lokale Gemeinschaften und Fachkr\u00e4fte. Wie kann sich diese Plattform k\u00fcnftig entwickeln?<\/strong><\/p>\n<p>Der Ostseeraum stand Polen historisch nahe, und diese Zusammenarbeit hat bereits eine lange Geschichte. Wichtiger noch: Alle L\u00e4nder rund um die Ostsee sind Industriel\u00e4nder mit starken Volkswirtschaften. Auf dieser Erfahrung sollten wir aufbauen und sie st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Auf dem Gipfel werden der PSEW, der Wind Industry Hub und vergleichbare Organisationen aus der gesamten Region ein Memorandum of Understanding zur Entwicklung einer regionalen Strategie f\u00fcr die Offshore-Windindustrie unterzeichnen. Ziel ist es, unsere Beziehungen zu vertiefen und die Ziele von Seiten der Industrie umzusetzen.<\/p>\n<p>Ich halte das f\u00fcr einen wichtigen Schritt, um die von Ihnen genannte L\u00fccke zu schlie\u00dfen. Polen liegt im Plan, aber andere L\u00e4nder hinken bei ihren Offshore-Zielen in der Ostsee hinterher. Um sie zu erreichen, brauchen wir eine starke industrielle Basis, und ich gehe davon aus, dass wir sie gemeinsam mit vergleichbaren Verb\u00e4nden aus der ganzen Region recht schnell aufbauen k\u00f6nnen. Das wird auch ein guter Impuls f\u00fcr die Zusammenarbeit in anderen Bereichen sein.<\/p>\n<p><strong>Kann man sich noch anmelden?<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich. Alle sind willkommen, und wir ermutigen besonders Menschen aus dem gesamten Ostseeraum, sich an den genannten Aktivit\u00e4ten zu beteiligen.<\/p>\n<p><em>Die Offshore Wind Poland findet am 17. und 18. November 2026 in Warschau statt. Krzysztof Bulski moderiert das Konferenzpanel zur Sicherheit von Offshore-Infrastruktur.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Offshore Wind Poland am 17. und 18. November spricht PSEW-Vizepr\u00e4sident Piotr Czopek \u00fcber die Offshore-L\u00fccke der Ostsee bis 2030, europ\u00e4ische Wertsch\u00f6pfung und die Sicherheit der Offshore-Infrastruktur.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":48989,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2064,2058,2069],"tags":[],"class_list":["post-48985","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview-de","category-offshore-wind-aktuell","category-polen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48985","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48985"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48985\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48989"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48985"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48985"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/balticwind.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48985"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}