Die polnische Agentur für industrielle Entwicklung (ARP S.A.) hat das Programm „Gotowi na Offshore“ („Bereit für Offshore“) gestartet, das polnischen Unternehmen Aufträge in der Lieferkette der Offshore-Windenergie erleichtern soll. Es wurde gemeinsam mit der Polnischen Agentur für Unternehmensentwicklung (PARP) und den Offshore-Entwicklern PGE Baltica und Orlen Neptun erarbeitet und verbindet geförderte Schulungen mit Finanzierungen der ARP von bis zu 100 Millionen Zloty.
Das Programm stützt sich auf zwei Säulen. Die erste sind Kompetenzen: Gemeinsam mit der PARP hat die ARP acht Schlüsselkompetenzen für Unternehmen definiert, die in Offshore-Projekte einsteigen wollen. Sie reichen von der Strategie für den Einstieg in Lieferketten über Angebotserstellung, Vertragsgestaltung, Sicherheit und Qualität bis zu Lieferabwicklung, Innovation und Personalentwicklung. Geförderte Kurse dazu sind in der nationalen Datenbank für Entwicklungsdienstleistungen (BUR) gelistet; die PARP will rund 70 Millionen Zloty an Zuschüssen für grüne Kompetenzen bereitstellen. Die zweite Säule ist die Finanzierung: Die ARP bietet Investitionsdarlehen, darunter solche mit InvestEU-Garantie, Entwicklungsdarlehen zur Überbrückung EU-geförderter Projekte bis zur Auszahlung der Zuschüsse sowie Leasing. Unternehmen, die solche Vorhaben in von der ARP verwalteten Sonderwirtschaftszonen umsetzen, können zudem bis zu 15 Jahre lang eine Einkommensteuerbefreiung von bis zu 70 Prozent der Investitionssumme nutzen.
Nach Angaben der ARP zeigten Konsultationen mit der Branche, dass polnische Firmen für den Markteintritt bereit sind, aber Unterstützung beim Kompetenzaufbau und beim Zugang zu Kapital brauchen, da die Anpassung von Werken, Prozessen und Qualitätssystemen an Offshore-Anforderungen teuer ist. PGE Baltica und Orlen Neptun waren an der Ausarbeitung beteiligt, damit die Annahmen des Programms mit den Anforderungen abgeglichen werden konnten, die sie an Zulieferer und Subunternehmer stellen.
„Das Ziel ist offensichtlich: Entwicklung technologischer Kompetenzen, Beschleunigung von Investitionen und bessere Chancen auf Aufträge beim Bau von Windparks in der Ostsee“, sagte Eliza Zeidler, Staatssekretärin im Ministerium für Staatsvermögen, die das Programm als Teil der „Local Content“-Agenda der Regierung bezeichnete. ARP-Chef Daniel Ryczek sagte, polnische Unternehmen sollten auf Offshore-Projekte „nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch, finanziell und operativ“ vorbereitet sein.
Der Start folgt auf die erste Stromlieferung eines polnischen Offshore-Windparks, Baltic Power, ins nationale Netz im Juli. Die polnische Energiepolitik geht von 5,9 GW Offshore-Windleistung bis 2030 aus, die bis 2040 auf 18 GW steigen könnten, bei Investitionen von bis zu 500 Milliarden Zloty. Der Anteil polnischer Firmen an der Lieferkette könnte nach offiziellen Erwartungen bis zu 40 Prozent erreichen, was Aufträgen im Wert von bis zu 200 Milliarden Zloty entspräche. Ob dieser Anteil erreicht wird, hängt davon ab, ob die Firmen die Anforderungen der Entwickler rechtzeitig erfüllen – genau diese Lücke soll das Programm schließen.








