EWE, RWE und Vattenfall verkaufen ihre Anteile am Offshore-Windpark alpha ventus an Ocean Breeze Energy, den Eigentümer und Betreiber des Windparks BARD Offshore 1. Die Unternehmen gaben die Vereinbarung am 1. Oktober 2026 bekannt. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden; über finanzielle Details haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Alpha ventus liegt rund 45 Kilometer nördlich von Borkum in der deutschen Nordsee. Der 2010 in Betrieb genommene Park mit zwölf Turbinen und einer Gesamtleistung von 60 MW war Deutschlands erster Offshore-Windpark. Die drei Versorger errichteten ihn als Gemeinschaftsprojekt und nutzten ihn als Demonstrations- und Testfeld für Turbinentechnik sowie für Betriebs- und Wartungskonzepte.
Ocean Breeze Energy plant, den Park über die ursprünglich vorgesehene Lebensdauer von 20 Jahren hinaus zu betreiben. Der Käufer gehört vollständig zu Fonds, die von Macquarie Asset Management verwaltet werden, und betreibt mit BARD Offshore 1 den ersten kommerziellen Offshore-Windpark Deutschlands mit 80 Turbinen und einer maximalen Leistung von 400 MW. Als Grundlage für die Verlängerung nennt das Unternehmen mehr als zehn Jahre Erfahrung mit dem Betrieb eines Windparks mit älterer Turbinentechnik, betriebliche Synergien mit dem benachbarten BARD-Park und eigene technische Lösungen.
„Als Deutschlands erster Offshore-Windpark hat alpha ventus eine Schlüsselrolle gespielt. Das Projekt war ein einzigartiges Testfeld und Lernumfeld für Technologien, Betriebs- und Wartungskonzepte und den Aufbau von Offshore-Know-how“, sagte Jantje Bolduan, Offshore Manager bei EWE. Jean Huby, CEO von Ocean Breeze, sieht nach eigenen Worten „erhebliches Potenzial für einen rentablen Betrieb von alpha ventus“ und will ein „neues Kapitel“ des Projekts aufschlagen.
Der Verkauf verweist auf eine Frage, vor der mehr Eigentümer stehen werden, wenn Europas erste Offshore-Windparks das Ende ihrer geplanten Lebensdauer erreichen: stilllegen, repowern oder weiterbetreiben. Die Übernahme einer Anlage der ersten Generation durch einen spezialisierten Betreiber ist eine mögliche Antwort. Die Ostsee ist ein jüngerer Offshore-Markt als die Nordsee, doch ihre älteren Parks aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren werden in den kommenden Jahren vor derselben Entscheidung stehen.








