Bestehende Anlagen machen inzwischen fast 40 Prozent der eigenständigen Stromabnahmeverträge (PPA) in Europa aus. Das geht aus dem PPA-Preisindex von LevelTen Energy für das dritte Quartal 2026 hervor, der am 22. Oktober veröffentlicht wurde. Bei Windangeboten liegt der Anteil bei rund 60 Prozent. Es ist die erste Ausgabe des Index, die Bestandsprojekte einbezieht; bislang blieben sie außen vor.

LevelTen Energy, ein US-amerikanischer PPA-Marktplatz, führt die Verschiebung auf steigende Gaspreise zurück. Plácido Ostos, Director of European Analytics, sagte, Bestandsanlagen bärgen geringere Risiken und weniger Genehmigungs- und Entwicklungshürden als Neubauten und könnten sofort Strom und Herkunftsnachweise liefern. Für Käufer, denen Tempo und Preis wichtiger seien als Zusätzlichkeitsargumente, könnten solche Verträge attraktiver sein.

Die Preise bewegten sich im Quartal kaum. Das europäische Mittel des 25. Perzentils (P25) für Solar-PPAs stieg um 0,4 Prozent auf 0,86 im neuen Continental Index; ein typischer Solar-PPA kostet damit 86 Prozent des Niveaus vom dritten Quartal 2024. Wind erreichte 0,99. LevelTen beschreibt dies als stetige Erholung seit Ende 2025 nach einem scharfen Preisrückgang bei Wind und Solar in den zwölf Monaten davor. Ostos sagte, die Daten bestätigten einen Preisaufschlag von Wind gegenüber Solar in vielen Märkten, weil das gleichmäßigere Erzeugungsprofil des Windes weniger stark vom Preisverfall zur Mittagszeit betroffen sei.

In Deutschland fiel das P25 hybrider PPA-Angebote um 12,7 Prozent auf 65,50 Euro/MWh, der stärkste Rückgang unter den Märkten des LevelTen Hybrid Index. Pieter van der Meulen, Country Manager Deutschland, sagte, sinkende Batteriekosten und die wachsende Akzeptanz hybrider Strukturen bei Finanzierern erleichterten Verträge aus Solar und Speicher. Als Grund für die Dringlichkeit nannte er die historisch niedrigen Gasspeicherstände.

Auch die Methodik hat sich geändert. Der Continental Index wird nicht mehr in Euro/MWh ausgedrückt, sondern setzt die Preise von vor acht Quartalen auf 1,00; ein Rückgang um 10 Prozent entspricht 0,90. Auf Marktebene werden die Preise weiterhin in Euro/MWh angegeben. Die Zahlen stammen von der Plattform von LevelTen und wurden nicht unabhängig überprüft.