Die wallonische Regierung hat am 12. Oktober 2026 den Bedarf an neuer Stromübertragungsinfrastruktur zwischen Avelgem und Courcelles in Belgien bestätigt und einen bevorzugten Korridor für die nächste Phase des Projekts Boucle du Hainaut benannt, wie der Netzbetreiber Elia mitteilt.

Laut Elia soll das Projekt das nationale Netz und das Netz im Hennegau entlasten, die Übertragungskapazität zwischen Flandern und Wallonien erhöhen und die Integration neuer Erzeugung aus Onshore- und Offshore-Anlagen erleichtern. Der Korridor beruht auf einem Umweltverträglichkeitsbericht, der Varianten nach ihren Auswirkungen auf Menschen, Landwirtschaft, Landschaft und Umwelt sowie nach technischen Kriterien verglich.

Das Verfahren ist damit nicht abgeschlossen. Die Änderung des Sektorplans geht nun in die gesetzlich vorgesehene Konsultation; für Anfang 2027 ist eine öffentliche Anhörung geplant. Danach legt die Regierung die endgültigen Grenzen des Vorbehaltsperimeters fest. Erst dann kann ein Genehmigungsantrag gestellt werden, in einem eigenen Verfahren mit weiteren Konsultationen.

Elia will die Sorgen vor Ort ernst nehmen und weiter mit Gemeinden, Anwohnern und Landwirten sprechen. Die Inbetriebnahme der Leitung ist für 2032 bis 2033 vorgesehen. Für Leser im Ostseeraum zeigt das Beispiel, wie lange der Netzausbau für Offshore-Wind dauert – ein Zeithorizont, mit dem auch Netzplaner rund um die Ostsee rechnen.