EnBW und die Mitinvestoren Allianz, AIP Management und Norges Bank Investment Management haben den 960-MW-Offshore-Windpark He Dreiht in der deutschen Nordsee im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider offiziell eingeweiht. Mit 64 Anlagen ist das Projekt gemessen an der installierten Leistung derzeit Deutschlands größter Offshore-Windpark.
He Dreiht liegt rund 85 km nordwestlich von Borkum und 110 km westlich von Helgoland. EnBW hatte die Fläche 2017 in der deutschen Ausschreibung mit einem Null-Cent-Gebot gewonnen; die Investition von rund 2,4 Milliarden Euro wird ohne staatliche Förderung vollständig über langfristige Stromlieferverträge (PPAs) finanziert. Zu den Abnehmern zählen Evonik, Google, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, die Deutsche Bahn und die DHL Group.
Das Projekt ist der erste kommerzielle Einsatz der Vestas-Turbine V236-15.0 MW. Der Bau begann im Mai 2024 mit den in Deutschland gefertigten Fundamenten; die erste Anlage stand im April 2025, der erste Strom floss Ende 2025, die letzte der 64 Maschinen wurde im August 2026 installiert. Nach Angaben von EnBW läuft die Inbetriebnahme stufenweise, der Vollbetrieb wird in den kommenden Monaten erwartet. Bei voller Leistung kann der Park rechnerisch den Jahresverbrauch von rund 1,1 Millionen Haushalten decken.
EnBW hält 50,1 Prozent an He Dreiht; die übrigen 49,9 Prozent liegen bei einem Konsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management. Der Karlsruher Versorger entwickelt bereits die nächsten Großprojekte auf See: Dreekant mit 1 GW in der deutschen Nordsee und Morven mit 2,9 GW vor Schottland.
Für den Ostseemarkt ist die Einweihung ein Referenzpunkt und kein direkter Zubau: Sie belegt, dass die 15-MW-Turbinenklasse in deutschen Gewässern kommerziell im Einsatz ist und dass ein förderfreies, PPA-gestütztes Modell ein Gigawatt-Projekt bis zur Fertigstellung tragen kann. Beide Punkte fließen in die Debatte darüber ein, wie die in den jüngsten deutschen Ausschreibungen vergebenen Ostsee-Flächen und die polnischen Projekte der zweiten Phase finanziert und ausgerüstet werden.








