Mehr als 50 Organisationen und Unternehmen aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Österreich und Italien haben einen Appell an die Europäische Kommission unterzeichnet. Sie fordern, das verbindliche Ziel für erneuerbare Kraftstoffe nicht biogenen Ursprungs (RFNBO), einschließlich erneuerbaren Wasserstoffs, in der Industrie bis 2030 auszusetzen. Die Initiative geht vom polnischen Chemieindustrieverband (PIPC) aus.
Die Unterzeichner verlangen außerdem eine Neubewertung des Ziels für 2035 und mehr Technologieoffenheit. Die derzeitigen RFNBO-Ziele berücksichtigten die tatsächlichen Transformationsmöglichkeiten europäischer Unternehmen nicht ausreichend. Nach der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien soll die Industrie einen wachsenden Anteil ihres Wasserstoffeinsatzes mit RFNBO decken, mit Zwischenzielen für 2030 und 2035.
PIPC-Präsident Tomasz Zieliński sagte, die Dekarbonisierung erfordere hohe Investitionen, und Unternehmen müssten zunächst die Voraussetzungen dafür haben. Das Tempo der Wasserstoffregulierung dürfe nicht schneller sein als das, was Europas Industrie leisten könne. Ziel sei nicht, die Klimaambitionen zu begrenzen, sondern sie erreichbar zu halten, ohne die europäische Produktionsbasis zu schwächen.
Der Appell ist eine Position der Branche; eine Reaktion der Kommission liegt in den vorliegenden Unterlagen nicht vor. Für die Ostseeregion ist die Debatte relevant, weil Offshore-Wind-Entwickler sowie Häfen und Netze rund um die Ostsee grünen Wasserstoff als künftigen Markt für Strom und Moleküle einplanen. Eine Aussetzung des Industrieziels würde den Zeitplan dieser Nachfrage in Polen verschieben, einem der größten Chemieproduzenten der Region.








