Strom aus dem Offshore-Windpark Baltic Power ist erstmals in das polnische Übertragungsnetz eingespeist worden, wie ORLEN mitteilte. Der Meilenstein markiert Polens Einstieg in die Offshore-Windstromerzeugung und eine der letzten Etappen beim Bau des ersten polnischen Windparks in der Ostsee. 54 der 76 Turbinen sind bereits installiert; die Fertigstellung ist für diesen Herbst geplant.

Mit dem Erreichen von First Power hat die erste Turbine die Stromproduktion aufgenommen, und der Windpark tritt in die schrittweise Inbetriebnahme ein. In den kommenden Wochen werden weitere Turbinen hochgefahren und getestet, wobei der erzeugte Strom bereits ins Netz fließt. Die Leistung des Projekts wird schrittweise bis zur Zielkapazität von 1,2 GW steigen – ein Vorgang, der in Polen erstmals durchgeführt wird.

„Die Offshore-Arbeiten begannen Anfang 2025, und der erste Strom fließt bereits ins Netz. Baltic Power ist auf Jahrzehnte des Betriebs ausgelegt. Über die Stromerzeugung und die Stärkung der Versorgungssicherheit hinaus wird das Projekt helfen, einen neuen Sektor der polnischen Wirtschaft aufzubauen“, sagte Ireneusz Fąfara, Vorstandsvorsitzender von ORLEN. Der Konzern realisiert das Projekt in einem Joint Venture mit dem kanadischen Unternehmen Northland Power; sein gesamtes Investitionsprogramm soll bis zu 380 Milliarden Złoty erreichen.

Alle 350 Kilometer parkinterner und Exportkabel sind verlegt, beide Offshore-Umspannwerke stehen, und das Umspannwerk an Land in der Gemeinde Choczewo ist betriebsbereit. Mehr als 100 Schiffe sowie über 5.300 Besatzungsmitglieder und Auftragnehmer waren bislang an dem Projekt beteiligt. Die seit dem vergangenen Jahr aktive Servicebasis in Łeba wird den Betrieb und die Wartung des Windparks über rund 30 Jahre verantworten und beherbergt auch das Offshore-Koordinationszentrum für den Schiffsverkehr im Projektgebiet.

Nach vollständiger Inbetriebnahme werden die 76 Turbinen mit je 15 MW rund 4 TWh Strom pro Jahr erzeugen – etwa 3 Prozent des aktuellen polnischen Bedarfs und ausreichend für mehr als 1,5 Millionen Haushalte – und die CO2-Emissionen um bis zu 2,8 Millionen Tonnen jährlich senken. Der Windpark erstreckt sich über 130 Quadratkilometer, rund 23 Kilometer vor der Küste bei Choczewo und Łeba. Es folgen noch Leistungstests, Nutzungsgenehmigungen, eine unabhängige Zertifizierung sowie die Erzeugungslizenz der Energieregulierungsbehörde URE.