Eurelectric hat die Europäische Union aufgefordert, das Emissionshandelssystem (ETS) bei der anstehenden Überprüfung im Zentrum ihrer Klimapolitik zu halten. Der Verband argumentiert, Europa zahle zum zweiten Mal in fünf Jahren den Preis seiner Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen, und der strukturelle Ausweg sei eine entschlossene Energiewende.

Seit 2005 seien die Emissionen in den ETS-Sektoren um rund 50% gesunken, während die EU-Wirtschaft um fast 30% gewachsen sei, betont Eurelectric — das System senke Emissionen und stütze zugleich das Wachstum. Indem es CO2 bepreise und sauberen, heimischen Strom belohne, setze das ETS an der Wurzel der jüngsten Energiekrisen an. Eine Abschaffung würde Klimaziele untergraben und die Industrie länger volatilen Preisen aussetzen. Im März erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, das System “funktioniert”, und betonte zugleich den Bedarf an Modernisierung.

In einem Brief an Klimakommissar Wopke Hoekstra nannte Eurelectric drei Prioritäten für die Überprüfung. Erstens einen vorhersehbaren und aussagekräftigen CO2-Preis, gestützt durch eine flexiblere Marktstabilitätsreserve, weniger Ad-hoc-Eingriffe und stärkere Schutzmechanismen gegen Volatilität. Zweitens ein ETS, das die industrielle Wettbewerbsfähigkeit stützt, indem Einnahmen über Instrumente wie den ETS Investment Booster und die Industrial Decarbonisation Bank in saubere Investitionen zurückfließen und Sektoren mit Carbon-Leakage-Risiko geschützt werden. Drittens eine sozial gerechte Transformation mit einem planbaren Start von ETS2 für Gebäude und Verkehr, gezielter Unterstützung für schwächere Haushalte und einem aktualisierten Modernisierungsfonds.

Eurelectric stellt ein gut austariertes ETS als etwas dar, das dreierlei zugleich liefert: schnellere Dekarbonisierung, stärkere industrielle Wettbewerbsfähigkeit und mehr Energiesicherheit. Für die windreichen Ostseemärkte bleibt ein stabiler CO2-Preis eines der klarsten Signale, das Investitionen in saubere Erzeugung stützt.