Die Erneuerbare-Energien-Branche steht in Hamburg und der umliegenden Metropolregion für rund 31.000 Arbeitsplätze und 5,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) hervor, die am 27. August veröffentlicht wurde.

Größter Teilbereich ist die Windenergie mit etwa 13.000 Arbeitsplätzen. Die Studie weist zudem für den Zeitraum 2010 bis 2025 ein jährliches Wachstum der Bruttowertschöpfung von über elf Prozent aus und sieht Dynamik bei intelligenten Energiesystemen und -netzen, Solar- und Bioenergie sowie eine Forschungslandschaft mit wachsender Start-up-Aktivität. Die Autorinnen und Autoren bezeichnen die Zahlen als konservative Berechnung.

Durchgeführt wurde die Untersuchung von einem Konsortium aus der Prognos AG und cruh21, Teil von Drees & Sommer. Studienautorin Katharina Wilkskamp von Prognos erklärte, die Analyse im Mixed-Method-Ansatz zeige, dass die Metropolregion heute zu den dynamischsten Standorten der Energiewende in Deutschland gehöre — ablesbar an Beschäftigung, Wertschöpfung, Forschungslandschaft und der Vernetzung der Akteure.

Im Bereich Wasserstoff zählt die Studie rund 50 Projekte in Hamburg und der Metropolregion. Martin Wilferth von cruh21, zuständig für den Wasserstoffteil, sagte, die Region verfüge bereits über ein breit gefächertes Wasserstoff-Ökosystem; Hamburg habe das Potenzial, sich als Knotenpunkt für Produktion, Import und Verteilung von Wasserstoff und wasserstoffbasierten Energieträgern in Nordeuropa zu etablieren, wobei dem Hafen eine Schlüsselrolle zukomme.

Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, sagte, die Energiewende sei längst auch ein Wirtschaftsfaktor; die Stärken bei erneuerbaren Energien und Wasserstoff sollten genutzt werden, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern. EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens erklärte, die Studie sei eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Clusterstrategie bis 2030; technologische und preisliche Entwicklungen, etwa bei Batteriespeichern, veränderten die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft.

Das Cluster EEHH ist ein öffentlich-privates Netzwerk aus über 320 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen der Erneuerbaren- und Wasserstoffbranche. Zu den Mitgliedern zählen Anlagenhersteller, Projektentwickler, Energieversorger, Netzbetreiber, Forschungseinrichtungen sowie Finanz- und Rechtsdienstleister. Für die Lieferkette in Nord- und Ostsee liefern die Clusterzahlen einen der wenigen regionalen Anhaltspunkte dafür, wie viel Beschäftigung hinter dem deutschen Windausbau steht.