NextOcean, ein niederländischer Anbieter von Technologie zur Bewegungsprognose für Offshore-Schiffe, hat den Auftrag erhalten, das Servicebetriebsschiff (SOV) ESVAGT NJORD mit seinem System WavePredictor auszustatten — Hardware und Software. Das Unternehmen aus Delft gab den Auftrag am 27. August bekannt; die Installation ist für diesen Monat vorgesehen.

WavePredictor nutzt ein Bewegungsradar, um der Besatzung vorab anzuzeigen, wie sich das Schiff bewegen wird. Ziel sind sicherere Übergänge über die Gangway und verlässlichere Entscheidungen bei schwierigem Seegang. Die ESVAGT NJORD führt Betriebs- und Wartungsarbeiten am Offshore-Windpark Dudgeon vor der Küste von Norfolk im Vereinigten Königreich durch.

„Auf einem SOV trifft die Besatzung Dutzende Go/No-Go-Entscheidungen pro Tag“, sagte Karel Roozen, Geschäftsführer von NextOcean. „Unser System zeigt dem wachhabenden Offizier, was das Schiff in den kommenden Minuten tun wird, sodass die Entscheidung auf geprüften Prognosen beruht und nicht allein auf Erfahrungswerten. Auf einem Feld wie Dudgeon, wo Techniker so oft auf die Turbine müssen, wie es das Wetter zulässt, bedeutet das sowohl sicherere Übergänge als auch mehr nutzbare Arbeitstage.“

Die Rechnung dahinter ist einfach. Servicebetriebsschiffe zählen zu den größten wiederkehrenden Kostenblöcken im Offshore-Windbetrieb, und die Zahl der Tage, an denen Techniker sicher von einer bewegten Gangway auf eine Turbine treten können, bestimmt, wie viel Wartung tatsächlich erledigt wird. Die Unsicherheit rund um das Übergangsfenster zu verringern, wirkt damit unmittelbar auf Sicherheit und Verfügbarkeit.

NextOcean ging aus der Promotionsforschung von Peter Naaijen an der Technischen Universität Delft hervor und wurde 2016 gemeinsam mit Roozen als Unternehmen gegründet. Die Systeme sind inzwischen auf Schiffen in mehreren Märkten im Einsatz.

ESVAGT ist eine 1981 gegründete dänische Reederei mit einer Flotte von mehr als 40 Offshore-Versorgungsschiffen und rund 1.400 Beschäftigten. Das Unternehmen ist sowohl im Wind- als auch im Öl- und Gassektor tätig und gehört zu den etablierten SOV-Betreibern in der nordeuropäischen Offshore-Windkraft — einem Segment, das wachsen wird, wenn Ostsee-Projekte vom Bau in den langfristigen Betrieb übergehen.