Boralex hat Wind2 übernommen, einen britischen Projektentwickler, der rund 350 MW an Windprojekten in Schottland, England und Wales vorangebracht hat. Das in Montréal ansässige Unternehmen gab den Kauf am 27. Oktober bekannt. Die Wind2-Teams an den beiden britischen Standorten wechseln mit der Transaktion zu Boralex. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Wind2 wurde 2016 gegründet und konzentriert sich auf Erneuerbare-Energien-Projekte an Land. Entwickelt werden vor allem Onshore-Windprojekte, daneben Solarparks und sogenannte Energieparks. Boralex bezeichnete das Portfolio als weit fortgeschritten; die Geschäftsführerin von Wind2 erklärte, die Projekte seien baureif. Wind2 wurde von Knight Frank Capital Advisory beraten.

Jean-Christophe Dall’Ava, Executive Vice President und General Manager Europe bei Boralex, sagte, die Übernahme passe zur Wachstumsstrategie des Unternehmens im Vereinigten Königreich. Esbjorn Wilmar, Vice President für Großbritannien, erklärte, der Entwicklungsansatz von Wind2 stimme eng mit dem von Boralex überein. Wind2-Chairman und Mitgründer Geraint Jewson sagte, das Unternehmen gehe an einen Käufer mit ähnlichen Werten über.

Boralex ist seit fast zehn Jahren in Großbritannien aktiv. Im April 2025 nahm das Unternehmen den 106 MW großen Windpark Limekiln in Betrieb und baut derzeit zwei Wind- und Speicheranlagen mit zusammen 73 MW. Die britische Entwicklungspipeline beträgt 1,7 GW, ohne die Wind2-Projekte. Boralex ist zudem in Kanada, den USA und Frankreich tätig, wo es sich nach eigenen Angaben als größter unabhängiger Onshore-Windstromerzeuger beschreibt; die installierte Leistung liegt bei 3.822 MW.

Die Transaktion betrifft den britischen Markt und hat keinen direkten Ostseebezug, zeigt aber die anhaltende Konsolidierung von Onshore-Entwicklungsplattformen durch europäische und internationale Versorger und unabhängige Erzeuger.