Das Hamburger Ingenieurbüro F2E – Fluid & Energy Engineering hat die Version 4.0 seiner Software wake2e für Standorteignungs- und Lastanalysen von Onshore-Windparks veröffentlicht. Das am 21. September angekündigte Update führt ein einheitliches, überarbeitetes Berechnungsverfahren für sektorielle effektive Turbulenzintensitäten ein, das nach Unternehmensangaben die Methodik an aktuelle Wake-Modelle und an die eigenen Bewertungen der Turbinenhersteller anpasst.

Die Turbulenzintensität ist eine zentrale Eingangsgröße für die Frage, ob ein Anlagentyp an einer bestimmten Position im Windpark sicher betrieben werden kann, denn die von Nachbaranlagen erzeugte Turbulenz bestimmt die Ermüdungslasten. F2E zufolge verknüpft wake2e 4.0 die neuesten Wake-Modelle konsistent mit sektoriell ermittelten effektiven Turbulenzintensitäten. Die Eingangsdaten lägen damit näher an den tatsächlichen Lastbedingungen, was an anspruchsvollen Standorten zu weniger konservativen Ergebnissen führe.

Notwendig sei die Angleichung, weil Hersteller zunehmend eigene Bewertungen nach der EU-Maschinenrichtlinie einbringen. „Eine durchgängige methodische Konsistenz ist unerlässlich“, sagte Dr. Thomas Hahm, Geschäftsführer von F2E. Das neue Berechnungsverfahren schließe diese Lücke und liefere optimierte sektorielle Turbulenzintensitäten – eine herstellerunabhängige Entscheidungsgrundlage für Planer, Behörden und Banken.

Silva Mäusling, ebenfalls Geschäftsführerin, erklärte, durch die direkte Integration sektorieller effektiver Turbulenzintensitäten in ein einheitliches Modell entfielen bisherige Kompromisse zwischen verschiedenen Methoden. Planer erhielten standortspezifische Eingangsdaten, die pauschale konservative Annahmen reduzieren und zugleich im Genehmigungsverfahren belastbar bleiben.

Das Update steht Bestandskunden über das wake2e-Portal zur Verfügung. F2E zeigt es auf der WindEnergy Hamburg vom 22. bis 25. September in Halle A3, Stand 515. Das 2008 von drei ehemaligen TÜV-NORD-Sachverständigen gegründete Unternehmen mit 25 Mitarbeitenden erstellt Standorteignungsgutachten, Risikobewertungen zu Eiswurf und Standsicherheit sowie CFD-Strömungssimulationen für Neubau- und Repowering-Projekte und verweist auf Erfahrung aus mehr als 30.000 Gutachten.

Das deutsche Genehmigungsverfahren für Onshore-Windparks stützt sich auf unabhängige Gutachten dieser Art; dichtere Parklayouts und Repowering mit größeren Anlagen machen Wake-Effekte zwischen Turbinen häufiger zum begrenzenden Faktor. Eine am 21. September zunächst versandte Pressemitteilung enthielt in der englischen Fassung einen Fehler; dieser Artikel beruht auf der am selben Tag von F2E verbreiteten korrigierten Version.