Das litauische Energieunternehmen Ignitis und der deutsche Softwareanbieter emsys VPP bauen ihre Zusammenarbeit bei virtuellen Kraftwerken aus. Das von emsys VPP für Ignitis umgesetzte virtuelle Kraftwerk (VPP) wird um Funktionen zur Bereitstellung von Ausgleichsenergie am baltischen Strommarkt erweitert. Dafür werden Batteriespeicher eingebunden, die die Frequenzregelung im litauischen Netz unterstützen sollen.

Die beiden Unternehmen arbeiten seit 2024 zusammen. Das VPP wurde ursprünglich eingerichtet, um die Direktvermarktung des rund 650 MW umfassenden Portfolios von Ignitis zu unterstützen; hinzu kommen Erzeugungsprognosen für Wind- und Solaranlagen. Nach Angaben der Unternehmen werden Batteriespeicher bereits erfolgreich am Intraday-Markt gehandelt. Das neue Modul ermöglicht es, flexible Anlagen auch an den Regelenergiemärkten anzubieten.

Um teilzunehmen, müssen die Anlagen technisch angebunden, präqualifiziert und mit dem Leitsystem des litauischen Übertragungsnetzbetreibers Litgrid verbunden sein. Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf automatischen und manuellen Frequenzwiederherstellungsreserven (aFRR und mFRR). Künftig könne die Lösung auch auf Wind- und Solarkraftwerke ausgeweitet werden, so die Unternehmen.

Die Mitteilung verknüpft den Flexibilitätsbedarf mit der Synchronisierung der baltischen Staaten mit dem kontinentaleuropäischen Netz. Estland, Lettland und Litauen trennten sich am 8. Februar 2025 vom russisch kontrollierten IPS/UPS-System und schlossen sich am Folgetag dem ENTSO-E-Synchronraum an, was neue Anforderungen an die Frequenzregelung mit sich brachte.

„Insbesondere Batteriespeichersysteme können sehr schnell auf Veränderungen im Netz reagieren und spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Erhöhung der Flexibilität“, sagte Eike Arndt, Geschäftsführer von emsys VPP. Aivaras Slivikas, Leiter des Kurzfristhandels bei Ignitis, erklärte, die Bündelung der Batterien im VPP erlaube eine präzisere Reaktion auf den Bedarf der Strom- und Ausgleichsmärkte. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms „Lösungen für erneuerbare Energien“ gefördert.