Die Lynus AG, eine Tochter der Enerfin AG, hat im bayerischen Dillingen an der Donau die Fertigung von Batteriegroßspeichern aufgenommen. Produziert wird der BESS Cube 2.0, ein modulares System mit rund 800 kWh nutzbarer Kapazität, das per Kaskadierung skaliert wird. Es lässt sich DC- oder AC-seitig in Energieprojekte einbinden und auch als Graustromspeicher einsetzen.
Der Cube setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen, die auf mehr als 8.000 Vollzyklen bei 80 Prozent Restkapazität ausgelegt sind. Lynus nennt eine DC-Round-Trip-Efficiency von mindestens 94 Prozent bei 0,5 C. Das System ist mit 400, 690 und 800 Volt erhältlich; die Lade- und Entladeleistung liegt je nach Ausführung bei bis zu 500 kW. Jede Einheit belegt knapp über 5 Quadratmeter und wiegt rund 7,5 Tonnen. Flüssigkeitskühlung und -heizung halten die Zelltemperatur im Bereich; das Sicherheitskonzept umfasst Rauch-, Gas- und Temperatursensoren, ein automatisches Aerosol-Löschsystem und eine mechanische Druckentlastung.
Lynus hat das System sowohl für die Nachrüstung bestehender Solarparks als auch für Neuanlagen entwickelt. Bei neuen Photovoltaikanlagen kann der Cube über MPPT-Module direkt DC-seitig angeschlossen werden, was Wechselrichter und Wandlungsverluste spart; die AC-Kopplung ist für Bestandsanlagen gedacht.
Das Unternehmen bietet die Hardware zusammen mit einem eigenen Energiemanagementsystem und der Multi-Market-Vermarktung von Strom und Flexibilität an. Die auf maschinellem Lernen basierende Software ist laut Lynus bereits in mehr als 1.500 Anlagen in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. „Da wir den BESS Cube 2.0 selbst entwickeln und in Deutschland fertigen, können wir auf projektspezifische Anforderungen schnell reagieren“, sagte CEO Paul Hauser.
Der Start fällt in eine Zeit, in der Batteriespeicher in der Netzplanung Deutschlands und der baltischen Staaten an Gewicht gewinnen und zunehmend mit Wind- und Solarerzeugung kombiniert werden.








