Die schwedische Regierung hat den Netzbetreiber Svenska kraftnät angewiesen, eine geplante Erneuerung und Ertüchtigung der Stromkabelverbindung nach Dänemark — die Konti-Scan-Connect-Leitung — auszusetzen. Der Schritt folgt der Ankündigung von Energie-, Wirtschafts- und Industrieministerin Ebba Busch beim Treffen der EU-Energieminister im März, Schweden werde neue oder ertüchtigte Kabelverbindungen nach Kontinentaleuropa stoppen, sofern sich der Fokus des Europäischen Netzpakets nicht verschiebt.
„Die EU sollte nicht das Stromgeld der Schweden erhalten. Derzeit hört Brüssel nicht auf uns. Deshalb pausieren wir Pläne für neue Kabel zum Stromexport”, sagte Busch. Die Verhandlungen über das Paket laufen seit Dezember 2025; Schweden wendet sich gegen einen aus seiner Sicht übermäßigen Fokus darauf, Versorgungsprobleme durch neue Netze zu lösen, sowie gegen Beschränkungen bei der Verwendung von Engpasserlösen und gegen eine zentralisierte Systemplanung auf EU-Ebene.
In den vergangenen Wochen wurden einige Anpassungen bei den Engpasserlösen vorgenommen, die Stockholm als Erfolg verbucht; die Regierung erklärt jedoch, der Text schränke weiterhin ein, wie Mitgliedstaaten — besonders solche mit internen Gebotszonen — die Mittel nutzen dürfen. Schweden will die Erlöse für fossilfreie, steuerbare Erzeugung einsetzen können, die für die Elektrifizierung nötig ist, sowie für Strompreissubventionen; bei der zentralen Planung meldet es sehr begrenzten Fortschritt.
Svenska kraftnät soll nun einen überarbeiteten Investitionsplan für 2027–2029 ohne den Dänemark-Ausbau erstellen, während die Regierung Bedarf an einer vertieften Analyse möglicher neuer Kabel nach Finnland signalisiert. Für eine Region, deren Energiestrategie stark auf Interkonnektoren setzt, ist Schwedens Pause ein deutliches Signal, dass die Netzintegration nur zu Bedingungen vorankommt, die die Mitgliedstaaten für fair halten.






