Das Bundeskabinett hat die EEG-Novelle 2027 und das begleitende Netzanschlusspaket beschlossen. Der Energieparkbetreiber Alterric reagierte mit einem Positionspapier und warnt, dass die Regelungen in der aktuellen Fassung zu einer erheblichen Bremse für den Ausbau der Erneuerbaren zu werden drohen.
„Beide Vorhaben treiben in der aktuellen Fassung die Stromgestehungskosten in die Höhe und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie nachhaltig“, sagte Alterric-Chef Dr. Frank May, kritisierte eine dreitägige Rückmeldefrist für zwei weitreichende Gesetze und forderte den Bundestag zu grundlegenden Nachbesserungen auf. Besonders kritisierte das Unternehmen die Regelungen des Netzanschlusspakets zu „kapazitätslimitierten Gebieten“, in denen Betreiber ohne Entschädigung abgeregelt werden könnten. Die Regierung besserte gegenüber den geleakten Entwürfen nach – die Ausweisungsdauer wurde von zehn auf sechs Jahre gekürzt, der Schwellenwert von drei auf fünf Prozent angehoben und die entschädigungsfreie Menge auf 18 bis 20 Prozent der Jahreserzeugung gedeckelt – doch Alterric argumentiert, die Werte gingen weit über den Charakter eines Notfallinstruments hinaus, und fordert eine verpflichtende Vorabprüfung durch die Bundesnetzagentur.
Alterric begrüßte einige Elemente: die Erhöhung des Ausschreibungsvolumens für Onshore-Wind um 12 GW, erleichterte Regeln für Co-Location-Projekte sowie ein regional differenziertes Referenzertragsmodell. Kritisiert wurden hingegen der Umstieg auf zweiseitige Differenzverträge (CfDs) ohne Marktwertkorridor, die fehlende gesetzliche Flankierung privater Stromlieferverträge (PPAs) sowie eine geplante Deckelung der Pachtzahlungen auf 3,5 Prozent der Anlagenerlöse, die das Unternehmen als marktfern bezeichnete.
Die Reaktion reicht weit über ein Unternehmen hinaus. Deutschland ist der größte Windmarkt rund um die Ostsee, und der EEG-2027-Rahmen wird Onshore-Investitionsentscheidungen in der größten Volkswirtschaft der Region prägen – einschließlich des Tempos, mit dem Entwickler sich in den kommenden Jahren zu neuen und Repowering-Projekten verpflichten.








