RWE erhält 1,22 Mrd. US-Dollar für die Rückgabe seiner Offshore-Windpachten in den USA – der jüngste Fall im systematischen Rückkauf von Projekten durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump. Die Zahl meldete der deutsche Energie-Pressedienst IWR in seinem Wochenüberblick.

Die Zahlung markiert einen weiteren Rückzug der Offshore-Windenergie in US-Bundesgewässern, wo die Regierung Pachten rückabwickelt und Bauarbeiten stoppt, statt Projekte fortführen zu lassen. Für Entwickler verwandelt ein Pacht-Rückkauf einen blockierten, politisch exponierten Vermögenswert in Kapital, das anderswo eingesetzt werden kann.

Das Bild ist nicht durchweg negativ. Ørsteds Revolution Wind speist nach früheren Baustopps wieder Strom ins Netz ein, und der dänische Entwickler hat inzwischen alle Turbinen im Komplex Greater Changhua 2b und 4 vor Taiwan installiert. Zusammengenommen zeigen die Schritte, dass Kapital und Ausrüstung vom US-Markt zu Projekten wandern, die sich tatsächlich realisieren lassen.

Genau hier liegt der Bezug zur Ostsee. RWE gehört zu den größten Offshore-Entwicklern in der Nordsee und der Ostsee, und Kapital, das aus stornierten US-Verpflichtungen frei wird, kann stattdessen europäische Projektpipelines stützen. Während Washington die Unterstützung zurückfährt, wird der Kontrast zu Europas Vorstoß – der WindSeeG-Reform in Deutschland, den frischen Ausschreibungszuschlägen in Dänemark und dem Ausbau in der Ostsee – immer schärfer.