Das Unternehmen für erneuerbare Energien ENERTRAG hat an seinem Stammsitz in Dauerthal in der Uckermark ein neues Ausbildungs- und Schulungszentrum eröffnet und verstärkt damit seine Bemühungen, Fachkräfte für das Windservice-Geschäft zu sichern.
Das am 4. August in Betrieb genommene Zentrum bündelt Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung an einem Ort, mit Kabinetten für Metallbearbeitung, Hydraulik, Pneumatik und Elektronik sowie einem Schulungsraum für Servicetechniker. Erstmals bildet ENERTRAG seine technischen Nachwuchskräfte vollständig eigenständig aus, ohne externen Verbundpartner; ab 2028 will das Unternehmen jährlich eine Klasse von fünf Auszubildenden zum Abschluss führen.
Die Eröffnung fiel mit der Ankunft von vier Servicetechnikern aus Südafrika zusammen – Teil eines Relocation-Programms zur Gewinnung erfahrener Fachkräfte im Ausland –, die zunächst einen deutschen Sprachkurs und technische Schulungen absolvieren, bevor sie an verschiedenen Standorten eingesetzt werden. Die Zahl der Nachwuchskräfte ist ENERTRAG zufolge in diesem Jahr auf 29 gestiegen, nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr; Kiel kommt als neuer Ausbildungsstandort hinzu, Berlin wird nach 15 Jahren reaktiviert. „Die Energiewende entscheidet sich im ländlichen Raum – dort, wo die Anlagen stehen und wo wir dauerhaft qualifizierte Fachkräfte brauchen“, sagte Jan Neuhann, Geschäftsführer von ENERTRAG Service.
Der Schritt verweist auf einen Engpass, der im gesamten Windsektor rund um die Ostsee spürbar ist: Mit wachsender installierter Leistung wird der Mangel an Technikern für Bau und Wartung der Anlagen ebenso drängend wie Genehmigungen oder Netzzugang. Betreiber, die ihre eigene Belegschaft ausbilden und halten können, haben einen leisen, aber realen Vorteil.








