Energiequelle hat im Landkreis Barnim in Brandenburg die erste Kilowattstunde aus einer neuen 4,2-MW-Anlage in Krummensee eingespeist, mehr als fünf Jahre nach Erteilung der Genehmigung. Die Enercon E-138 EP3 E2 mit einer Nabenhöhe von 160 Metern erweitert einen bestehenden Windpark im Windvorranggebiet Krummensee im Gemeindegebiet der Stadt Werneuchen.
Bemerkenswert ist die Verzögerung. Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung wurde im Juli 2021 erteilt. Ein Rechtsstreit hielt das Vorhaben anschließend über Jahre auf, und im Juli 2024 musste ein Fristverlängerungsbescheid erwirkt werden, um den Fortbestand der Genehmigung überhaupt zu sichern. Erst nach Beilegung des Streits konnten im September 2024 die bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen, zunächst mit archäologischen Untersuchungen und der Bergung von Bodendenkmälern, danach mit Zuwegungen und Bauflächen. Der Fundamentbau startete im März 2025.
Der Standort selbst ist gut. Energiequelle beziffert die Standortgüte auf knapp 80 Prozent, was nach Angaben des Unternehmens eine solide Grundlage für eine langfristig zuverlässige Stromerzeugung schafft. Die Anlage ergänzt einen Windpark, in dem zuvor unter anderem das Projekt Krummensee IV realisiert wurde; eine weitere Windenergieanlage ist am Standort geplant.
Zur Genehmigung gehörten Ausgleichsmaßnahmen. Eine Ackersenke wurde wiedervernässt und so ein Gewässer mit angrenzender Nahrungsfläche angelegt, das als Kranichhabitat dient.
“Dieses Projekt hat uns über viele Jahre begleitet und immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Umso mehr freuen wir uns, dass die Anlage nun erfolgreich in Betrieb ist”, sagte Vincent Wahrenburg, Projektleiter bei Energiequelle, und dankte Behörden, Partnern und Dienstleistern.
Für die Debatte über beschleunigte Verfahren ist Krummensee ein aufschlussreicher Fall. Deutschland hat seine Genehmigungsprozesse in den vergangenen zwei Jahren gestrafft, dennoch brauchte die Erweiterung um eine einzige Anlage auf genehmigter Fläche in einem ausgewiesenen Vorranggebiet fünf Jahre bis zur Einspeisung, und der größte Teil dieser Zeit ging nicht an die Behörden, sondern an den Rechtsstreit. Polen und die baltischen Staaten schreiben derzeit ihre eigenen Onshore-Regeln gegen dasselbe Problem: Der Engpass ist selten die erste Genehmigung, sondern alles, was danach dagegen eingelegt werden kann. Energiequelle wurde 1997 gegründet, sitzt in Kallinchen und hat bislang über 850 Anlagen in Europa und Südafrika ans Netz gebracht.








