Das 18. Baltic Business Forum in Swinemünde brachte hochrangige Politiker, Energieexperten und Unternehmensvertreter aus der gesamten Ostseeregion zu Diskussionen über Energiesicherheit, polnisch-ukrainische Zusammenarbeit und die wirtschaftliche Zukunft der Region zusammen. Offshore-Wind, Polens strategische Rolle als Energie-Hub und die bevorstehende Ukraine Recovery Conference 2026 in Danzig standen prominent auf der Tagesordnung.
Swinemünde wurde nicht zufällig gewählt. Die Hafenstadt beherbergt sowohl ein LNG-Terminal als auch ein Installationsterminal für Offshore-Windturbinen und ist damit ein Brennpunkt für Polens energieinfrastrukturelle Ambitionen. Westpommern erzeugt bereits mehr als 120 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen – mehr als das Vierfache des nationalen Durchschnitts von 28,5 Prozent.
Offshore-Wind dominierte die Fachsitzungen. Der frühere Ministerpräsident und Europaparlamentspräsident Jerzy Buzek betonte, dass Polen bis 2040 eine Offshore-Windkapazität von 18 bis 20 GW anstrebt. Paweł Kowal, Vorsitzender des Rates für die Zusammenarbeit mit der Ukraine, nahm ebenfalls an den Beratungen zu den Energie- und Sicherheitsfragen der Region teil. „Offshore ist die beste erneuerbare Energiequelle, weil sie am stabilsten ist – gerade in der Ostsee“, sagte Buzek.
Das Forum legte besonderen Wert auf die polnisch-ukrainischen Energiebeziehungen. Polen exportiert bereits Strom und Erdgas in die Ukraine und positioniert sich als strategischer Energie-Hub für das Land. Dariusz Szymczycha von der Polnisch-Ukrainischen Handelskammer unterstrich Polens Kapazität, sicherere, dezentrale erneuerbare Energieinfrastruktur in der Ukraine aufzubauen.
Die stellvertretende Ministerin für Staatsanlagen, Eliza Zeidler, die Polens Vorbereitungen für die Ukraine Recovery Conference 2026 koordiniert, nahm am Forum teil und umriss das Ausmaß der Veranstaltung im Juni in Danzig. Die URC 2026 wird deutlich größer als ihr Vorgänger in Rom ausfallen, mit Ausstellern, die sich zu etwa gleichen Teilen auf Polen, die Ukraine und den Rest der Welt verteilen. Stellvertretende Ministerin Zeidler betonte, dass Polens Initiative darin bestand, einen eigenen Strang zu Verteidigung und Sicherheit in das URC-Programm aufzunehmen – ein Spiegelbild der Überzeugung, dass nachhaltiger Wiederaufbau Sicherheit als Fundament braucht. Die Wahl Danzigs hat starke Symbolkraft: Die Stadt ist Beweis dafür, dass Wiederaufbau möglich ist – nicht nur architektonisch, sondern auch gesellschaftlich, als Geburtsort der Solidarność-Bewegung.
Die Teilnehmer waren sich einig: Europas langfristige Energiesicherheit wird zunehmend auf erneuerbaren Grundlagen beruhen, wobei Polen sowohl bei der baltischen Offshore-Windentwicklung als auch bei der Unterstützung der ukrainischen Energieresilienz eine zentrale Rolle spielen wird.
