EnBW hat die letzte von 64 Turbinen im 960-MW-Offshore-Windpark He Dreiht nordwestlich von Borkum installiert — dem inzwischen größten Windpark Deutschlands. Der Vollbetrieb wird zum Ende des Sommers erwartet.

Zum Einsatz kommen Anlagen des Typs Vestas V236-15.0 MW mit je 15 MW Leistung. Die erste wurde im April 2025 vom Installationsschiff Wind Orca von Cadeler gesetzt. In den kommenden Wochen laufen die restlichen technischen und elektrischen Inbetriebnahmearbeiten; anschließend soll der Park rechnerisch rund 1,1 Millionen Haushalte versorgen.

Bemerkenswert ist vor allem die Finanzierungsstruktur. He Dreiht steht für eine Investition von rund 2,4 Milliarden Euro und entsteht ohne staatliche Förderung. Stattdessen ist ein großer Teil der Erzeugung über langfristige Stromabnahmeverträge mit Industrie- und Unternehmenskunden kontrahiert — darunter Evonik mit 150 MW, Google und die Energiemanagement-Sparte der Deutschen Telekom mit je 100 MW, Fraport mit 85 MW sowie Bosch, Salzgitter Flachstahl und SHS – Stahl-Holding-Saar mit je 50 MW. DHL Group und Deutsche Bahn halten je 20 MW.

Dieses Modell ist für die Ostsee unmittelbar relevant. Deutschlands förderfreie Offshore-Auktionen standen in der Kritik, Risiken auf die Entwickler zu verlagern; He Dreiht ist der deutlichste Praxisbeleg, dass Unternehmens-PPAs ein Gigawatt-Projekt stattdessen tragen können. Ob eine vergleichbare industrielle Nachfragetiefe in Polen und den baltischen Staaten besteht, gehört zu den offenen Fragen vor der nächsten Auktionsrunde.

Quelle: IWR Energieletter 33/2026 und EnBW-Projektberichterstattung.