Bau und Betrieb europäischer Offshore-Windparks sicherten 2025 europaweit rund 180.000 Vollzeitäquivalente und etwa 26 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung — das ergibt eine neue Analyse von Menon Economics und TGS | 4C. Die Effekte reichen den Autoren zufolge weit über die Windparks selbst hinaus und verteilen sich über eine zunehmend integrierte europäische Lieferkette.

Von den 180.000 Arbeitsplätzen entfallen rund 55.000 auf Unternehmen, die Offshore-Projekte direkt mit Gütern und Dienstleistungen beliefern — Turbinen- und Fundamenthersteller, Kabelproduzenten, Betreiber von Installationsschiffen und Ingenieurbüros —, weitere 125.000 entstehen weiter vorgelagert. Mit anderen Worten: Jeder direkte Arbeitsplatz stützt etwa zwei weitere. Der Großteil der Beschäftigung, rund 155.000 Stellen, hängt an Entwicklung und Bau neuer Kapazität, auf Betrieb und Wartung entfallen etwa 25.000.

Im Wert betrachtet wiegt der Betrieb jedoch schwerer, als die Beschäftigtenzahl vermuten lässt. Von den 26 Milliarden Euro Wertschöpfung stammen rund 16 Milliarden aus dem Bau und 10 Milliarden aus der Betriebsphase — davon etwa 7 Milliarden aus der Stromerzeugung selbst. Mit dem Zubau weiterer Kapazität erwarten die Autoren, dass diese langfristigen Betriebseffekte wachsen, während die investitionsgetriebenen Effekte mit dem Ausbautempo schwanken.

Die Wertschöpfung verteilt sich ungleich. Die größten Anteile entfallen auf Deutschland, das Vereinigte Königreich, Dänemark, Spanien und die Niederlande mit ihren etablierten Industrie- und Maritimlieferketten. Doch der Fußabdruck reicht weiter: Norwegen, Frankreich, Polen und Belgien sichern sich erhebliche Wertschöpfung über Seetransport, Installation, Fertigung und technische Beratung — ein Zeichen für die Integration der Branche.

Für die Ostsee-Anrainer, die ihre eigenen Offshore-Ambitionen ausbauen, unterstreichen die Zahlen einen praktischen Punkt: Eine vor einer Küste installierte Turbine kann Arbeit in Werften, Fabriken und Ingenieurbüros auf dem ganzen Kontinent schaffen — auch in Ländern, die noch am Anfang stehen.