Die Nordex Group hat von der EEF Erneuerbare Energien Fabrik GmbH einen Auftrag über 34 MW für den Windpark Rauschenberg in Hessen erhalten. Der Hersteller liefert und errichtet fünf Turbinen des Typs N175/6.X auf Türmen mit 199 Metern Nabenhöhe; Bestandteil des Auftrags ist zudem ein Premium-Servicevertrag über 20 Jahre.
Es handelt sich um ein Repowering-Projekt. Fünf bestehende Anlagen mit je 3 MW werden durch 6,8-MW-Maschinen ersetzt. Die Zahl der Turbinen am Standort bleibt damit gleich, die installierte Leistung verdoppelt sich mehr als. Lieferung und Errichtung sind ab Ende 2027 vorgesehen, die Stromerzeugung soll im Sommer 2028 beginnen.
Kern des Projekts ist die Nabenhöhe von 199 Metern. In dieser Höhe erschließt der 175-Meter-Rotor stärkere und gleichmäßigere Windströmungen als die ersetzten Anlagen. Das erhöht den Jahresertrag und verbessert die Stromproduktion in windschwachen Phasen, was an Binnenlandstandorten wie in Hessen besonders ins Gewicht fällt. Einen ersten Auftrag für N175/6.X-Turbinen mit derselben Nabenhöhe hatte Nordex im März 2026 für ein Projekt in Nordrhein-Westfalen erhalten.
„Das Vorhaben in Rauschenberg steht beispielhaft für die nächste Generation der Windenergie. Durch das Repowering können wir an einem etablierten Standort künftig deutlich mehr erneuerbaren Strom erzeugen, Landwirtschaft und Erneuerbare zusammenbringen und so einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten“, sagte Lukas Jörgens, Projektleiter Rauschenberg bei EEF.
Karsten Brüggemann, Vice President Region Europe der Nordex Group, sagte, der Auftrag zeige, „welches Potenzial moderne Repowering-Projekte für eine schnelle Energiewende und eine effizientere Nutzung bestehender Standorte eröffnen“. Die N175/6.X auf 199-Meter-Türmen ermögliche „auch an Binnenlandstandorten sehr hohe Energieerträge“; die Nachfrage nach den Anlagen des Unternehmens in Deutschland bleibe hoch.
EEF mit Standorten in Berlin, Hamburg und Mainz entwickelt in Deutschland Wind-, Photovoltaik- und Speicherprojekte mit dem Ziel, sie langfristig in den Eigenbestand zu übernehmen, und will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro investieren. Die Nordex Group mit Sitz in Hamburg hat seit 1985 mehr als 64 GW Windenergieleistung in über 40 Märkten in Betrieb genommen und erzielte 2025 einen Konzernumsatz von rund 7,6 Milliarden Euro. Das Produktprogramm konzentriert sich auf Onshore-Turbinen der Klassen 4 bis 7 MW und darüber.
Für den deutschen Markt steht der Auftrag in Rauschenberg für einen breiteren Trend: Weil Flächen für neue Windparks knapp sind, ist das Repowering älterer Standorte mit deutlich größeren Anlagen auf sehr hohen Türmen zu einem der wichtigsten Hebel für den Zubau an Land geworden, und die Hersteller konkurrieren ebenso über die Nabenhöhe wie über die Rotorgröße.







