Latvenergo Group, der lettische Staatskonzern und größte Stromerzeuger im Baltikum, investierte im Jahr 2025 rekordhohe 792,2 Millionen Euro – ein Anstieg von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil der Mittel floss in erneuerbare Energieprojekte und den Ausbau des Verteilnetzes. Das geht aus dem geprüften Jahresbericht hervor, der am 29. April veröffentlicht wurde.

Von den Gesamtinvestitionen entfielen 548 Millionen Euro auf Projekte im Bereich erneuerbare Energiequellen, hauptsächlich Wind- und Solarparks. Im Laufe des Jahres nahm die Gruppe das Windkraftwerk Akmenes in Litauen in Betrieb, schloss die Modernisierung des Windkraftwerks Ainazi in Lettland ab, beendete den Bau des Solarparks Aizpute Solar und schaltete acht weitere Solarparks sowie zwei Batteriespeicherprojekte ans Netz. Der Bau zweier großer Windparks – Laflora Energy und Pienava Wind – wurde begonnen. Zum Jahresende waren die Turbinen des Windparks Telšiai in Litauen (124 MW) vollständig installiert und erzeugten bereits Strom; die kommerzielle Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Das gesamte genehmigte neue Portfolio erneuerbarer Energien der Gruppe beläuft sich nun auf 1.144 MW.

Latvenergo erzeugte 2025 insgesamt 4,7 TWh Strom, davon 3,1 TWh aus erneuerbaren Quellen. Die Solar- und Windstromerzeugung erreichte 209 GWh – das Fünffache des Wertes von 2024. Die Gruppe hielt einen Anteil von 24 Prozent an der Gesamterzeugung im Baltikum. Trotz der starken operativen Leistung wurden die Finanzergebnisse durch niedrigere Wasserkraftproduktion an den Daugava-Anlagen und sinkende Strompreise im Einzelhandel belastet. Der Umsatz sank um 8 Prozent auf 1.566,1 Millionen Euro, das EBITDA um 25 Prozent auf 440,1 Millionen Euro und der Nettogewinn um 27 Prozent auf 198,8 Millionen Euro. Die Dividendenzahlung an den lettischen Staat wird auf mindestens 141 Millionen Euro geschätzt.

Die Gruppe stärkte zudem ihre Bilanz durch die erstmalige Emission eines europäischen Green Bond über 400 Millionen Euro Ende 2025 im Rahmen ihres mittelfristigen Eurobond-Programms. Die Nachfrage der Investoren überstieg das Zielvolumen um das 5,5-Fache und erreichte 2,2 Milliarden Euro. Die Ratingagentur Moody’s bestätigte das Baa2-Rating von Latvenergo mit stabilem Ausblick.

Im Privatkundengeschäft bedient die Marke Elektrum der Gruppe nun mehr als 914.000 Stromkunden in den drei baltischen Staaten – davon 306.000 außerhalb Lettlands, was einem Wachstum von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Fast die Hälfte des gesamten von der Gruppe verkauften Stroms – 2,7 TWh – wurde außerhalb Lettlands gehandelt, einen historischen Meilenstein, den das Unternehmen als entscheidenden Exportwendepunkt bezeichnete.