Die 55. Ausgabe von BALTOPS, der groessten Seeuebung der NATO in der Ostsee, hat am 4. Juni begonnen: 20 Schiffe der Verbuendeten liefen aus dem Hafen Gdynia aus, um zwei Wochen lang multinational in der gesamten Region zu trainieren. Zum ersten Mal seit der Premiere 1972 findet die Uebung unter einer NATO-Fuehrungsstruktur statt, geleitet vom Allied Joint Force Command Brunssum.
Rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten aus 15 Buendnisstaaten nehmen teil. Das Training umfasst amphibische Operationen, Luftverteidigung, U-Boot-Abwehr, Minenabwehr, Krisenreaktion sowie den Versuchseinsatz unbemannter Systeme.
Der Wechsel zur NATO-Fuehrungsstruktur wurde auf der BALTOPS Pre-Sail Conference am 3. Juni in Gdynia hervorgehoben. Zu den Rednern zaehlten Generalleutnant John Mead, stellvertretender Befehlshaber des JFC Brunssum; Konteradmiral Jaroslaw Ziemianski, Inspekteur der polnischen Marine; Konteradmiral Jason Naidyhorski, stellvertretender Befehlshaber der 6. US-Flotte; sowie Konteradmiral Stephan Haisch, Befehlshaber der CTF Baltic.
Generalleutnant Mead nannte drei Ziele der Uebung: die Abschreckung russischer Bedrohungen im Ostseeraum, den Aufbau von Einsatzbereitschaft und Interoperabilitaet sowie die Staerkung des Zusammenhalts im Buendnis. “Abschreckung laesst sich nicht nur behaupten. Wir muessen sie zeigen”, sagte er.
Fuer den Energiesektor der Ostsee ist die Uebung von unmittelbarer Bedeutung. Laut NATO bekraeftigt BALTOPS 2026 das Engagement des Buendnisses fuer den Schutz kritischer Unterseeinfrastruktur, darunter Strom- und Datenkabel, sowie fuer die Sicherung der Seeverbindungswege, die die Energiesicherheit der Region tragen. Offshore-Windparks und die sie verbindenden Kabel sind nach einer Reihe von Vorfaellen an Unterseeinfrastruktur zu einem wachsenden Schwerpunkt der Sicherheitsplanung in der Ostsee geworden.





