Litauens scheidender Vize-Energieminister Airidas Daukšas hat eine Bilanz seiner rund 18-monatigen Amtszeit veröffentlicht und dabei auf eine Reihe von Meilensteinen bei den erneuerbaren Energien verwiesen, während die installierte Kapazität bis Ende 2026 auf fast 7 GW zusteuert.
In einem Beitrag zu seinem Abschied erklärte Daukšas, das Land habe das Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 55% des Bruttoendenergieverbrauchs und im Verkehr auf 29% zu erhöhen, und den Ausbau erneuerbarer Energien als überragendes öffentliches Interesse verankert. Dem Ministerium schrieb er den Abbau bürokratischer Hürden, kürzere Genehmigungsfristen und die Einrichtung beschleunigter Ausbauzonen für erneuerbare Energien zu.
Er hob zudem das schnelle Wachstum bei den Prosumern hervor – Haushalte und Unternehmen, die ihren eigenen Strom erzeugen. Litauen zählt inzwischen mehr als 193.000 Prosumer und erwartet bis Jahresende 200.000, ein ursprünglich für 2028 gesetztes Ziel. Das Parlament hat einen Rahmen beschlossen, der das Net-Metering auf bestehende und neue private Prosumer ausweitet, und eine neue Fördermaßnahme erlaubt Haushalten mit begrenzter Netzkapazität die Installation einer 5-kW-Solaranlage in Kombination mit einem 10-kWh-Speicher.
Daukšas zufolge erreichte die gesamte installierte Erneuerbaren-Kapazität im Juni 2026 6,5 GW und soll bis Jahresende 7 GW erreichen; zugleich verwies er auf eine sichtbare Verlangsamung bei den Entwicklern. Um ein ausgewogenes Wachstum zu sichern, habe das Ministerium dem Parlament ein Paket für nachhaltige Energie vorgelegt, das Entwicklern mehr Flexibilität und Zeit gebe und Bürokratie abbaue. Er verwies auf Maßnahmen, die einen größeren Teil des Nutzens von Erneuerbaren-Projekten an angrenzende Gemeinden lenken – die 2025 erhobenen Erzeugerabgaben stiegen im Jahresvergleich rund um das Vierfache auf etwa 1,3 Mio. Euro – sowie auf einen von der Regierung gebilligten neuen Entwurf für ein Wasserstoffgesetz, der klare Regeln für einen entstehenden Wasserstoffsektor setzt.
Die Meilensteine unterstreichen Litauens Bestreben, seine Energieunabhängigkeit und regionale Führungsrolle im baltischen Erneuerbaren-Markt zu stärken, auch wenn das Tempo bei neuen Projekten Anzeichen einer Abkühlung zeigt.








