WindEurope hat die Europäische Kommission aufgefordert, ein klares, verlässliches CO2-Preissignal im EU-Emissionshandelssystem (ETS) zu erhalten und die ETS-Einnahmen in die industrielle Elektrifizierung zu lenken. Der Appell erfolgt vor der ETS-Überprüfung der Kommission und dem neuen Elektrifizierungs-Aktionsplan, die beide am 17. Juli vorgestellt werden.
Der Verband erklärt, das ETS habe 2025 rund 43 Milliarden Euro eingebracht, doch nur etwa 5% der gemeldeten Einnahmen flössen in die industrielle Dekarbonisierung. Er verweist auf den EU-Innovationsfonds, der bis Juni 2025 über 12,3 Milliarden Euro verfügte, aber nur 331,8 Millionen Euro auszahlte, also 2,7%.
„ETS-Einnahmen müssen in Elektrifizierungsprojekte gelenkt werden. Das ist der Weg, Europas Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität zu stärken”, sagte WindEurope-CEO Tinne Van der Straeten. „Elektrifizierung ersetzt importierte fossile Brennstoffe sofort durch heimischen Strom und verbessert unsere Energiesicherheit. Bisher wurden die ETS-Einnahmen jedoch nicht richtig eingesetzt.”
WindEurope argumentiert, Strom decke nur 4% der Prozesswärme der europäischen Industrie, während vorhandene Technik wie industrielle Wärmepumpen und Elektrokessel bereits 930 TWh dieses Bedarfs elektrifizieren könnte, überwiegend unter 500°C. Zu den Empfehlungen zählen der Erhalt des CO2-Preissignals, die Umlenkung ETS-finanzierter Instrumente auf elektrifizierungsbereite Sektoren statt spekulativem Wasserstoff und CO2-Abscheidung, eine Reform des Innovationsfonds, die Anerkennung von Corporate-PPAs sowie die Förderung von Projekten, die importierte fossile Brennstoffe ersetzen.
Der Verband stellt Elektrifizierung als Maßnahme der Energiesicherheit dar. Europa importiert mehr als 60% der verbrauchten Energie als fossile Brennstoffe und gab in den ersten 44 Tagen des Iran-Kriegs zusätzlich 22 Milliarden Euro für fossile Importe aus. Wind liefere inzwischen rund ein Fünftel des europäischen Stroms, so WindEurope, und genau in die Verbindung dieser Kapazität mit der industriellen Nachfrage sollten die ETS-Mittel fließen.








