Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die Europäische Union ist in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 40 % gesunken. Das geht aus vorläufigen Daten der EU-Grenzschutzagentur Frontex hervor. Erfasst wurden knapp 39.000 Übertritte.
Die Zahlen wurden veröffentlicht, als der EU-Pakt zu Migration und Asyl in Kraft trat, der ein einheitliches, standardisiertes Screening an den Außengrenzen der Union einführt. Frontex-Beamte unterstützen die Mitgliedstaaten bei der Feststellung der Staatsangehörigkeit, der Erfassung biometrischer Daten und der Überprüfung von Dokumenten.
„Ab heute muss jede Person, die an Europas Außengrenzen ankommt, nach denselben Standards identifiziert, registriert und überprüft werden, ganz gleich wo“, sagte Frontex-Exekutivdirektor Hans Leijtens. „Der Pakt macht aus 27 verschiedenen Vorgehensweisen eine einzige.“
Die zentrale und die östliche Mittelmeerroute blieben mit rund 11.600 bzw. 11.500 Übertritten die am stärksten frequentierten; letztere ging um 28 % zurück. Die westliche Mittelmeerroute war die einzige große Route mit einem Anstieg — um 46 % auf etwa 7.100, vor allem durch Abfahrten aus Algerien Richtung Balearen, da die Kontrollen andernorts verschärft wurden. Den stärksten Rückgang verzeichnete die westafrikanische Route mit minus 71 % auf rund 3.200, nach Präventivmaßnahmen Mauretaniens, Senegals und Gambias in Zusammenarbeit mit Spanien und der EU. Festgestellte Versuche, den Ärmelkanal in Richtung Vereinigtes Königreich zu überqueren, sanken um 40 % auf etwa 15.200.
Frontex, mit 3.800 an den Außengrenzen eingesetzten Beamten, warnte, dass der menschliche Preis hoch bleibe: Nach Schätzung der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr bereits fast 1.300 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen. Für die Ostsee-Anrainerstaaten sind das standardisierte Screening und ein stärkeres Außengrenzmanagement Teil umfassenderer Bemühungen, die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der EU-Grenzen zu stärken.








