Die Hafenbehörde von Klaipėda hat einen Konzeptentwurf für ein Bunkerschiff für grünes Methanol abgeschlossen. Vorausgegangen war eine Prüfung, ob der litauische Hafen alternative Schiffskraftstoffe bereitstellen kann, während die Schifffahrt dekarbonisiert wird.
Entwickelt wurde das Konzept von Western Baltic Engineering, einem Unternehmen der Western Shipyard Group (VLG), das im Hafen tätig ist. Das Schiff ist für flache Gewässer und lokale Bunkerrouten ausgelegt. Die Kapazität beträgt 800 Tonnen grünes Methanol, die jährliche Liefermenge bis zu 250.000 Tonnen.
Die Arbeiten sind Teil des Projekts H2Deri@BSP mit 14 Partnern aus mehreren Ländern. Ziel ist es, den Einsatz wasserstoffbasierter Kraftstoffe zu beschleunigen und den Übergang zu emissionsfreier Schifffahrt zu unterstützen. Die Hafenbehörde bewertete darin die erwartete Nachfrage nach grünem Methanol, die Regulierung alternativer Kraftstoffe, mögliche Kunden und Lieferketten.
Eine Analyse von Moffatt & Nichol Baltics kam zu dem Ergebnis, dass der Markt für grünes Methanol im Ostseeraum noch am Anfang steht. Zugleich dürften Häfen, die alternative Kraftstoffe bunkern können, für Reedereien an Attraktivität gewinnen. Für Klaipėda wäre das Bunkergeschäft ein neues Geschäftsfeld und eine zusätzliche Einnahmequelle.
„Die Energiewende verändert den maritimen Sektor und schafft Nachfrage nach saubereren Lösungen. Mit der Entwicklung des Marktes für alternative Kraftstoffe müssen Häfen ihre Infrastruktur und ihre Dienstleistungen anpassen“, sagte Algis Latakas, Vorstandschef der Hafenbehörde Klaipėda. „Wir bereiten uns jetzt darauf vor, damit der Hafen Klaipėda bereit ist, wenn sich in der Ostsee grüne Schifffahrtskorridore entwickeln.“
Die Studie verweist zudem auf die mögliche Herstellung von grünem Methanol aus grünem Wasserstoff. Einen Teil der Grundlage hat der Hafen bereits: In Klaipėda ist eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in Betrieb. Nachfrage wird zuerst von regionalen Schiffen, Passagierschiffen und Fähren erwartet sowie von Einheiten, die Offshore-Windparks versorgen. Dieses Segment wächst mit dem Ausbau der Offshore-Kapazitäten in der Ostsee.
Methanolbetriebener Verkehr läuft in Klaipėda seit 2024, als das Containerschiff Eco Umande des singapurischen Betreibers X-Press Feeders den Hafen erstmals anlief. Die Hafenbehörde hat außerdem Kooperationsvereinbarungen mit weiteren Häfen zum Aufbau einer Infrastruktur für grünes Methanol unterzeichnet.








