Polens erster Offshore-Windpark ist in die Endphase eingetreten. Bei Baltic Power, dem Projekt der ORLEN-Gruppe und des kanadischen Unternehmens Northland Power, sind nun 50 der geplanten 76 Turbinen installiert; die übrigen sollen im Sommer folgen. Alle 78 Fundamente samt Übergangsstücken stehen bereits, beide Offshore-Umspannwerke und die landseitige Anschlussinfrastruktur sind startklar, und eine Servicebasis ist in Betrieb.

Nach Fertigstellung wird Baltic Power eine Leistung von rund 1,2 GW erreichen und bis zu 4 TWh Strom pro Jahr erzeugen — etwa 3 % des derzeitigen polnischen Strombedarfs und genug für mehr als 1,5 Millionen Haushalte. Der Windpark liegt rund 23 Kilometer vor der Küste auf Höhe von Choczewo und Leba.

Das Vorhaben ist eines der ersten beiden weltweit, das die 15-MW-Turbinen von Vestas einsetzt — derzeit das größte Modell, das der Hersteller in seinen europäischen Werken produziert. Jede Turbine erreicht mit Fundament über 250 Meter Höhe, die 115,5 Meter langen Rotorblätter überstreichen eine Fläche größer als sechs Fußballfelder. Laut Vestas wird rund 15 % des verwendeten Stahls überwiegend aus Recyclingmaterial in mit erneuerbarer Energie betriebenen Öfen hergestellt, was den CO2-Fußabdruck der Turbine über den Lebenszyklus um etwa 10 % senken soll.

Die Arbeiten konzentrieren sich nun auf die anspruchsvollste Phase: die Integration der Offshore- und Onshore-Infrastruktur in das polnische Stromnetz und die Probeeinspeisung. “Wir installieren weitere Turbinen und führen anspruchsvolle Kabelarbeiten durch, parallel zu Tests und Inbetriebnahme, die die vollständige Integration in das nationale Stromsystem ermöglichen”, sagte Maciej Stryjecki, Vorstandsvorsitzender von Baltic Power.

Für Polen ist Baltic Power das Ankerprojekt eines deutlich größeren Offshore-Programms in der Ostsee. Seine Fertigstellung erhöht den Anteil erneuerbarer Energien im nationalen Mix und stärkt die Versorgungssicherheit.