Die Nordex Group hat einen Auftrag zur Lieferung und Errichtung von drei Turbinen des Typs N175/6.X für den Windpark Twistenberg in Nordhessen erhalten. Der 20-MW-Windpark soll jährlich rund 55 GWh erneuerbaren Strom erzeugen und damit gemeinsam mit bestehenden Photovoltaikanlagen etwa zwei Drittel des Strombedarfs des Continental-Reifenwerks im nahegelegenen Korbach decken. Der Ende Juni vergebene Auftrag umfasst zudem einen 20-jährigen Vollwartungsvertrag.

Prägendes Merkmal des Projekts ist die direkte industrielle Versorgung. Betreiber und Eigentümer des Windparks wird der Reifenhersteller Continental; der Strom fließt in das rund acht Kilometer entfernte Werk — einen der größeren Arbeitgeber der Region. Für Continental verlängert der Standort die Strategie, erneuerbaren Strom direkt statt über das Netz zu beziehen.

Entwickelt wurde Twistenberg von der VEW, einer Tochterfirma des regionalen Energieversorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) mit kommunalen Wurzeln in Hessen. Der Windpark entsteht in der bewaldeten Mittelgebirgslandschaft des Landkreises Waldeck-Frankenberg, wo eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 6,9 m/s zur Turbine N175/6.X passt — ausgelegt für schwächere bis mittlere Windstandorte und hier mit einer Nabenhöhe von 179 Metern installiert.

„Gerade in Mittelgebirgsregionen zeigt unsere N175/6.X mit großen Nabenhöhen von 179 Metern ihre Stärke: hohe Erträge bei gleichzeitig effizientem Anlagenbetrieb”, sagt Karsten Brüggemann, Vice President Region Central der Nordex Group. „In Kombination mit der direkten industriellen Stromnutzung entsteht ein wirtschaftlich wie auch klimapolitisch überzeugendes Gesamtkonzept.”

Solche werksnahen Direktversorgungsverträge werden in Deutschland zu einem zunehmend gängigen Weg, Onshore-Windkraft zu errichten. Als Ostseeanrainer prägt Deutschland die regionale Energiewende immer stärker über seine industrielle Nachfrage. Der Beginn der Tiefbauarbeiten in Twistenberg ist für 2026 geplant, die Inbetriebnahme etwa anderthalb Jahre später.