Elektrische Krane machten im ersten Halbjahr 2026 mehr als 80 Prozent des Kranauftragseingangs von MacGregor aus, wie der finnische Hersteller von Ladungsumschlagsystemen mitteilte. Die meisten Bestellungen entfielen auf Schwergut- und Mehrzweckschiffe; einen weiteren erheblichen Anteil steuerten Containerschiffe bei, nachdem dieses Segment mehrere schwächere Jahre hinter sich hat.
Angaben zu Auftragswerten oder Stückzahlen machte das Unternehmen nicht. Das aktuelle Elektroportfolio umfasst Schwergutkrane der HCE-Serie und Containerkrane der MCE-Serie, beide auf Basis von Frequenzumrichtern (VFD) der zweiten Generation. Nach Angaben von MacGregor verbrauchen diese Systeme bis zu 60 Prozent weniger Energie als vergleichbare hydraulische Antriebe, erlauben eine präzisere Lastführung und schließen das Risiko von Hydrauliköl-Leckagen aus.
„Ich freue mich sehr, dass die elektrische Antriebstechnik zum neuen Branchenstandard geworden ist, weil unsere Kunden die deutlichen Vorteile sehen“, sagte Magnus Sjöberg, Executive Vice President der Division Merchant Solutions bei MacGregor. „Auf Basis unserer langjährigen Erfahrung liefern wir weiterhin Lösungen, die präzise Lastkontrolle mit spürbaren Betriebseinsparungen und einem geringeren ökologischen Fußabdruck verbinden.“
MacGregor entwickelt seit mehr als 20 Jahren elektrische Krane; nach eigenen Angaben sind inzwischen über 800 elektrisch angetriebene Einheiten im Einsatz. Das Unternehmen liefert zudem elektrische Lukendeckel, Deckstechnik und Walk-to-Work-Gangways – Ausrüstung, die sowohl in der Handelsschifffahrt als auch in den Serviceflotten der Offshore-Windbranche eingesetzt wird. 2025 lag der Umsatz bei rund 830 Millionen Euro, das Unternehmen beschäftigt etwa 2.000 Menschen in 30 Ländern.
Für den Ostseeraum ist die Entwicklung unmittelbar relevant. Reedereien, die baltische Häfen anlaufen, stehen vor verschärften EU-Vorgaben zu Schiffsemissionen, während die Installations- und Serviceflotte der baltischen Offshore-Windprojekte auf dieselbe Klasse von Deckstechnik angewiesen ist. Der Verzicht auf Hydraulik beseitigt zudem eine wiederkehrende Quelle von Ölverunreinigungen in einem halb geschlossenen Meer, das ohnehin unter Umweltdruck steht.








