Regierungen sollten den Ausbau und Bau von Offshore-Windparks beschleunigen, um ihre Volkswirtschaften vor künftigen Energiekrisen zu schützen, fordert der Global Wind Energy Council in seinem am 9. Juni in Hanoi veröffentlichten Global Offshore Wind Report 2026. Der Bericht enthält einen Acht-Punkte-Aktionsplan, der die Politik auffordert, Offshore-Wind in Planung und Beschaffung als national bedeutsame Infrastruktur zu behandeln.

2025 wurden weltweit mehr als 9 GW neue Offshore-Windkapazität ans Netz gebracht, davon 6,6 GW in China. Es war das drittstärkste Jahr aller Zeiten und hob die kumulierte Gesamtleistung auf 92,5 GW. Der GWEC-Ausblick erwartet bis zu 327 GW neue Kapazität im kommenden Jahrzehnt.

Als Warnsignal verweist der Rat auf eine Verlangsamung der Beschaffung: 2025 wurden nur 11,4 GW versteigert, rund ein Fünftel des Rekords von 2024. Etwa 25 GW an Projekten außerhalb Chinas gelten als „baureif“, warten aber noch auf endgültige Investitionsentscheidungen, gebremst von Genehmigungen, Netz und Lieferketten-Engpässen.

Die Botschaft trifft die Ostsee unmittelbar, wo Polen, Deutschland und die nordischen Staaten Offshore-Wind als Säule der Energiesicherheit ausbauen. Die Sichtweise des GWEC – heimische Erneuerbare als Versicherung gegen Preisschocks importierter Brennstoffe – entspricht dem Argument, das die Ostsee-Regierungen zunehmend selbst vorbringen.