Die Horizon-Gangway von MacGregor hat die DNV-Zertifizierung für den Personentransfer zwischen zwei schwimmenden Einheiten erhalten. Damit sind bewegungskompensierte Übergänge zwischen zwei unabhängig voneinander bewegten Schiffen möglich, nicht mehr nur zwischen Schiff und fester Struktur.
Die Zertifizierung erfolgte nach DNV-ST-0358 im Anschluss an eine erfolgreiche Seeerprobung. Sie erweitert die bestehende Horizon-Plattform auf Einsatzszenarien ohne festen Landepunkt — eine Einschränkung, die bislang Crewwechsel und Serviceplanung bei schwimmenden Produktionseinheiten und zunehmend auch bei schwimmender Windkraft prägte.
Die technische Änderung sitzt an der Gangwayspitze. Eine eigens entwickelte Klappe ersetzt den üblichen Andockkopf für Landungen an festen Strukturen, während eine LiDAR-basierte Relativbewegungserfassung das Kompensationssystem in Echtzeit speist und die Verbindung kontrolliert hält, während sich beide Schiffe bewegen.
„Diese neue Fähigkeit eröffnet flexible Besatzungsmodelle für FPSOs und schwimmende Anlagen: Crewwechsel können auf See erfolgen, Servicekampagnen müssen nicht um Hafenanläufe herum geplant werden, und Walk-to-Work-Zugang zwischen Schiffen kann sich am Feldplan orientieren”, sagte Prateek Sadhana, Product Owner Walk-to-Work-Gangways bei MacGregor. „Im Erneuerbaren-Sektor unterstützt das die Servicelogistik, die schwimmende Windkraft verlangt — dort gibt es überhaupt keine feste Struktur zum Anlanden.”
Floating-to-Floating wird als erweiterte Funktion der Horizon-Familie geliefert, nicht als eigenständiges Produkt, und lässt sich in bereits im Einsatz befindliche Einheiten nachrüsten. Betreiber mit Horizon-Gangways erhalten die Funktion auf vertrauter Technik, ohne separaten Qualifizierungsprozess.
Die Zertifizierung habe auch kommerzielles Gewicht, ergänzte Sadhana: Sie gebe Eignern, Charterern und Versicherern eine unabhängig geprüfte Grundlage für die Planung von Schiff-zu-Schiff-Operationen. MacGregor zeigt die Lösung diese Woche auf der ONS 2026 in Stavanger. Für die Ostsee mit ihren gegründeten Projekten ist die unmittelbare Relevanz begrenzt — die Walk-to-Work-Logik gilt jedoch überall dort, wo Servicefflotten Hafenanläufe aus dem Plan streichen wollen.








