Der deutsche Onshore-Windentwickler MLK Gruppe baut die finanzielle Bürgerbeteiligung an seinen Windprojekten weiter aus und geht damit über das gesetzliche Minimum in Nordrhein-Westfalen hinaus. Betreiber von Windprojekten müssen im Land mittlerweile Möglichkeiten schaffen, Kommunen und Bürgerschaft finanziell zu beteiligen; MLK versteht dies nach eigenen Angaben als mehr als eine formale Pflicht.

Derzeit setzt das Unternehmen bei seinen Beteiligungsangeboten auf Nachrangdarlehen. Das Modell ermöglicht es privaten Anlegern, sich mit vergleichsweise niedrigen Einstiegssummen an Projekten der erneuerbaren Energien zu beteiligen und dafür eine feste Verzinsung zu erhalten. MLK geht offen mit der Kehrseite um: Ein Nachrangdarlehen ist eine unternehmerische Beteiligung, und scheitert das Projekt wirtschaftlich, tragen Anleger das Risiko, ihr Kapital vollständig zu verlieren.

Die Angebote richten sich zunächst an Menschen in den Projektregionen, doch MLK will die Beteiligung nicht auf einzelne Gemeinden begrenzen. Über eine digitale Beteiligungsplattform können sich auch Bürgerinnen und Bürger aus dem übrigen Deutschland an ausgewählten Projekten beteiligen.

Zwei Projekte im Rheinland zeigen den Ansatz in der Praxis. Der bereits in Betrieb befindliche Windpark Korschenbroich ist in der Zeichnungsphase für sein Nachrangdarlehen, während der geplante Windpark Kückhoven die Phase der Interessenbekundung für ein künftiges Darlehen eröffnet hat. „Wer die Energiewende in seiner Nachbarschaft erlebt, soll auch die Möglichkeit haben, wirtschaftlich an ihr teilzuhaben”, sagt MLK-Geschäftsführer Heinrich Lohmann.

Für die Ostseeregion, in der die Akzeptanz vor Ort eine wiederkehrende Hürde für Onshore-Wind ist, ist das MLK-Modell ein nützlicher Bezugspunkt. Mit über 780 MW installierter Windleistung, einer Projektpipeline von 1 GW und dem erklärten Ziel von 1 GW im Eigenbestand bis zum Ende des Jahrzehnts setzt das Unternehmen darauf, dass eine lokale finanzielle Beteiligung mit klar benannten Risiken die dauerhafte Akzeptanz schafft, die schnellere Genehmigungen allein nicht leisten.