Sicherheit, strategische Aufklärung und Logistik im nördlichen und arktischen Raum standen im Mittelpunkt des Ostseeregion-Forums in Turku am 4. Mai 2026, das mit 580 registrierten Teilnehmern einen neuen Rekord verzeichnete. Taneli Lahti von der Generaldirektion für Internationale Partnerschaften der Europäischen Kommission eröffnete die Veranstaltung mit dem Argument, dass wirtschaftliche Instrumente für die geopolitische Stärke ebenso zentral sind wie militärische Fähigkeiten.

Finnlands Verteidigungschef General Janne Jaakkola betonte, dass die Ostsee und die Arktis als ein einziger, zusammenhängender strategischer Raum zu verstehen seien, in dem Krisen in einem Bereich rasch auf den anderen übergreifen können.

Ein zentrales Panel zu kritischen Ressourcen und logistischer Infrastruktur stellte fest, dass Häfen, Unterseekabel, Transportrouten und Energienetze zu Kernsicherheitsfragen geworden sind. Europas Abhängigkeit von externen Energielieferanten sowie von chinesisch kontrollierten Lieferketten für Komponenten grüner Technologien stand im Fokus.

Juha Martelius, Direktor des Finnischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes, schloss das Forum mit der Einschätzung, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine eine dauerhafte Konfrontation mit dem Westen darstellt, die auch nach einem möglichen Waffenstillstand fortbestehen werde.