Polens Übertragungsnetzbetreiber PSE führte Mitte Juni in der Nähe von Białystok eine Sicherheitsübung mit dem Codenamen „Blackout 2026” durch und prüfte, wie staatliche Dienste auf einen physischen Angriff auf kritische Energieinfrastruktur reagieren würden.

Die Übung lief vom 10. bis 12. Juni. Zu den Szenarien gehörten ein verdächtiges Paket in der Nähe eines Umspannwerks, ein Eindringen auf das Gelände und ein Angriff auf einen PSE-Mitarbeiter — eine Abfolge, die die Sicherheit eines Höchstspannungs-Umspannwerks und die Koordination der reagierenden Institutionen testen sollte.

Zahlreiche Dienste und Behörden nahmen teil, darunter das Krisenmanagementzentrum der Woiwodschaft Podlachien, der Versorger Polska Grupa Energetyczna (PGE), der Inlandsgeheimdienst (ABW), die Territorialverteidigungskräfte, eine Kommandoeinheit des Militärs und lokale Selbstverwaltungsbehörden. Die Übung testete Abläufe und die behördenübergreifende Zusammenarbeit und nutzte Drohnen, Hubschrauber und Spezialausrüstung, wie sie die Dienste bei einem echten Vorfall einsetzen würden.

Die Übung spiegelt die gestiegene Aufmerksamkeit für den physischen Schutz von Energieinfrastruktur in Polen und der weiteren Ostseeregion wider, wo die Sicherheit von Netzen, Umspannwerken und Seekabeln auf der politischen Agenda nach oben gerückt ist. Für einen Betreiber, der das Rückgrat des nationalen Stromsystems verantwortet, ist das Einüben der Reaktion auf Sabotage und Eindringen Teil der routinemäßigen Vorsorge geworden.