In den Niederlanden soll eine Wasserstoff-Eisen-Batterie als Langzeitspeicher für Windstrom eingesetzt werden, um Netzengpässe durch Verschieben statt Abregeln zu entschärfen.
Die Technologie adressiert eine Lücke, die Lithium-Ionen nur schlecht abdeckt. Windbedingte Netzengpässe sind keine Sache von Minuten oder zwei Stunden, sondern ein mehrtägiges, wetterlagengebundenes Problem — genau jenes Zeitfenster, in dem eisenbasierte Chemien und Wasserstoffträger wirtschaftlich plausibel werden.
In Deutschland läuft der Ausbau in anderer Größenordnung. Eco Stor errichtet in Wengerohr einen Großspeicher mit 310 MW. Zelestra hat mit Centrica einen Tolling-Vertrag über eine 99-MW-Batterie mit drei Stunden Speicherdauer in Niedersachsen geschlossen. Encavis hat sein erstes Utility-Scale-Batterieprojekt in Italien realisiert.
Bemerkenswert ist die Tolling-Struktur im Zelestra-Vertrag. Kapazität an einen Abnehmer zu verkaufen statt sie am Markt zu vermarkten, verwandelt volatile Erlöse in kontrahierte — und genau das macht Speicher im großen Maßstab bankfähig. Dieselbe Verschiebung brachten Stromabnahmeverträge vor einem Jahrzehnt der Windkraft.
Für die Ostsee, wo Netzkapazität die bindende Restriktion des Onshore-Ausbaus in Polen und im Baltikum ist, lautet die entscheidende Frage, ob Speicher als Netzbetriebsmittel gelten oder wie Erzeuger Anschlusskosten tragen. Das deutsche Paket belastet Batterien weiterhin mit Baukostenzuschüssen.
Quelle: IWR Energieletter 33 und 34/2026.






