Die Außenminister des Ostseerats (CBSS) und der Hohe Vertreter der EU verabschiedeten am 29. Mai bei der 23. Sitzung des Rates in Sopot eine Erklärung, die die Region zu härterem, koordiniertem Vorgehen gegen Bedrohungen der Ostsee-Sicherheit verpflichtet — einschließlich ihrer kritischen Unterwasserinfrastruktur. Unterzeichner waren Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen und Schweden.
Der Rat bekräftigte seine Verurteilung des russischen Krieges gegen die Ukraine und forderte stärkeren Druck auf Moskau, darunter eine strengere Sanktionsdurchsetzung und mögliche neue Instrumente wie ein vollständiges Verbot maritimer Dienstleistungen für russische Energieexporte, koordiniert mit den G7 und der Price-Cap-Koalition. Er betonte die Bedeutung, die Abhängigkeit von russischen Energieimporten im Einklang mit REPowerEU zu beenden.
Für den Energiesektor ist der Fokus der Erklärung auf die kritische Unterwasserinfrastruktur der Ostsee der zentrale Punkt. Mit Verweis auf Cyberoperationen, Sabotage in europäischen Lieferketten und Risiken durch die russische Schattenflotte forderte der Rat entschiedene Schritte zum Schutz von Seekabeln und Pipelines, bezeichnete das Memorandum zum Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur als zentral und lobte die NATO-Aktivität „Baltic Sentry” für verbesserte Lagebild- und Abschreckungswirkung.
Der Rat äußerte tiefe Besorgnis über die hohe Zahl von Schattenflotten-Schiffen — viele mutmaßlich ohne Nationalität oder mit betrügerischen Registern —, warnte vor Sicherheits-, Umwelt- und Wirtschaftsrisiken und drängte auf robustes Vorgehen, um Russlands Energieeinnahmen zu begrenzen. Polens CBSS-Präsidentschaft 2025–2026 wurde gelobt, während Island ab Juli übernimmt; künftige Arbeit soll sich auf Sicherheit, Resilienz und die Abwehr ausländischer Informationsmanipulation konzentrieren.






