Die Niederlande haben die Genehmigungsausschreibung für den Offshore-Windstandort IJmuiden Ver Gamma-A gestartet, der Platz für einen Windpark mit einem Gigawatt Leistung in der Nordsee rund 53 Kilometer vor der Westküste des Landes bietet. Der 129 km² große Standort ist Teil der Zone IJmuiden Ver, die vier Standorte umfasst und insgesamt rund 6 GW Offshore-Windkapazität aufnehmen könnte. Die Genehmigungen für die Standorte Alpha und Beta wurden 2024 erteilt.
Entwickler können sich entweder mit Förderung um den Standort bewerben oder ein förderfreies Gebot in einer parallelen Auktion abgeben. Insgesamt stehen 4,75 Mrd. Euro an Förderung bereit; der maximale Ausschreibungsbetrag wurde von 0,104 auf 0,117 Euro je Kilowattstunde angehoben, um die Unsicherheit durch ein mögliches Netzentgelt auszugleichen. Der Netzbetreiber TenneT errichtet den Offshore-Anschluss: Gamma-A und Gamma-B mit je 1 GW werden an eine einzige 2-GW-Gleichstromplattform angebunden.
Die Ausschreibungsregeln wurden an EU-Vorgaben angepasst, darunter die Anforderung des Net-Zero Industry Act, dass Europa bis 2030 mindestens 40% seiner Netto-Null-Technologien selbst produziert. Die Standortbedingungen spiegeln zudem jüngste Änderungen der Standortentscheidungen wider, etwa zeitweise Abschaltungen der Turbinen von bis zu 60 Stunden pro Jahr während des Vogelzugs sowie die Vorgabe, dass das Windpark-Management innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums erfolgt, um neue Cybersicherheitsregeln zu erfüllen.
Anträge können vom 26. November bis 10. Dezember 2026 eingereicht werden. Die Genehmigung soll im ersten Quartal 2027 erteilt werden, der Windpark soll 2032 in Betrieb gehen.
Der Ausbau von IJmuiden Ver liegt in der Nordsee und nicht in der Ostsee, fügt sich aber in dieselben regionalen Bemühungen ein, die Offshore-Windkraft auszubauen und die Versorgungssicherheit Europas zu stärken — und setzt einen Maßstab, den andere Küstenstaaten genau beobachten.






