WindEurope hat die EU-Energieminister aufgefordert, sich vor ihren energiepolitischen Beratungen am 26. Juni auf ein verbindliches Erneuerbaren-Ziel für 2040 festzulegen. Ohne ein klares Ziel für die Zeit nach 2030 riskiere Europa, die Investitionsdynamik bei Wind und Solar abzuwürgen, so der Verband.

Das EU-Ziel für 2030 habe den Ausbau von Wind- und Solarenergie beschleunigt, die Abhängigkeit von schwankenden Preisen fossiler Brennstoffe verringert und Investitionen in die Fertigung auf dem gesamten Kontinent ausgelöst, erklärte WindEurope. Angesichts weiterhin politisch sensibler Energiepreise stellt der Verband heimisch erzeugten Strom als zentrales Instrument der Energiesicherheit dar. Für die Zeit nach 2030 fehle jedoch eine verbindliche Festlegung.

“Nur ein verbindliches Erneuerbaren-Ziel für 2040 mit eigenen Windvolumina kann die Investitionen anstoßen, die die EU anstrebt. Kapital fließt dorthin, wo Klarheit herrscht”, sagte WindEurope-Geschäftsführerin Tinne van der Straeten und forderte ein unmissverständliches politisches Signal für mehr wettbewerbsfähigen, heimischen Erneuerbaren-Strom.

Der Verband verweist auf die Größenordnung: Wind liefert rund 20% des europäischen Stroms und sichert mehr als 440.000 Arbeitsplätze in über 250 Fabriken, mit Investitionen von mehr als 15 Mrd. Euro in neue und modernisierte Werke in den vergangenen drei Jahren. Einmal verlorene Industriekapazität lasse sich nur schwer zurückgewinnen. Ein 2040-Ziel müsse durch eine Governance flankiert werden, die nationale Energiepläne in technologiespezifische Ausschreibungen übersetzt und schnellere Genehmigungen, einfacheres Repowering und Erneuerbaren-PPAs umsetzt.

Für die Ostseeregion, in der mehrere Länder die Offshore-Windkraft ausbauen, würde ein verlässlicher 2040-Rahmen Entwicklern und Lieferkette langfristige Sicherheit für Projekte geben, deren Planung und Bau Jahre dauern.