Die EU-Energieminister sind am 26. Juni 2026 in Luxemburg zusammengekommen, um eine allgemeine Ausrichtung zum europäischen Netzpaket zu erreichen — einem Maßnahmenbündel zur Stärkung der transeuropäischen Energienetze. Im Mittelpunkt der Sitzung des Rates für Verkehr, Telekommunikation und Energie standen die Überarbeitung der Verordnung über die transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E) sowie eine neue Genehmigungsrichtlinie, die die Europäische Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagen hatte.

Das Paket soll die grenzüberschreitende Verbindung verbessern, die Elektrifizierung fördern und Genehmigungsverfahren für Projekte der erneuerbaren Energien, Stromnetze und Gasnetze beschleunigen. Zugleich soll es die grenzüberschreitende Infrastruktur sicherer und widerstandsfähiger machen. Es ist Teil des Fahrplans „One Europe, One Market” der Kommission, der niedrigere Energiepreise und Dekarbonisierung zum Ziel hat.

Für den Ostseeraum, in dem Strom- und Gasverbindungen über den Meeresboden verlaufen, ist eine Bestimmung besonders wichtig: Die TEN-E-Verordnung würde finanzielle Unterstützung der EU für die Reparatur kritischer Unterwasser-Energieinfrastruktur ermöglichen, die durch vorsätzliche Sabotage beschädigt wurde. Finnland hatte sich dafür eingesetzt. „Es ist wichtig, dass finanzielle Unterstützung der EU für die Reparatur kritischer Unterwasser-Energieinfrastruktur bereitgestellt werden kann, die durch vorsätzliche Sabotage beschädigt wurde”, sagte die finnische Ministerin für Klima und Umwelt Sari Multala.

Multala erklärte, der Kompromisstext spiegele finnische Prioritäten wider, darunter Technologieneutralität und den Grundsatz, dass Engpasserlöse aus grenzüberschreitenden Verbindungen dort reinvestiert werden sollten, wo sie entstehen. Bei den Genehmigungen plädierte Finnland für Flexibilität, damit die Mitgliedstaaten ihre Verfahren an nationale Gegebenheiten anpassen können.

Die Minister berieten zudem über den energiepolitischen Rahmen der EU nach 2030, der mit dem 2040-Ziel einer Senkung der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gemäß dem seit April 2026 geltenden geänderten Europäischen Klimagesetz verknüpft ist, und nahmen die Störungen auf dem Energiemarkt im Zusammenhang mit der Krise um die Straße von Hormus zur Kenntnis.