Ein neuer Bericht hat die Dutzenden Kooperationsplattformen kartiert, die die Sicherheit in der Ostseeregion prägen, um Regierungen ein klareres Bild zu geben, während sie über eine Reform der Zusammenarbeit gegen gemeinsame Bedrohungen nachdenken. Die auf Initiative des polnischen Außenministeriums und mit Unterstützung des Ostseerats (CBSS) erstellte Studie untersucht nicht nur Mandate und Strukturen dieser Formate, sondern auch ihre tatsächliche Tätigkeit.

Der Bericht gliedert die Zusammenarbeit in zwei große Bereiche. Der erste umfasst Verteidigung, Sicherheit und Außenpolitik, einschließlich exklusiver nordischer und baltischer Formate. Der zweite, die sektorale Zusammenarbeit, ist für die Energie am relevantesten: Er behandelt den Schutz kritischer maritimer Infrastruktur, Maßnahmen gegen Russlands „Schattenflotte”, Energiesicherheit, Bevölkerungsschutz, die Sicherheit der Luft- und Seefahrt sowie Gefahrstoffe auf dem Meeresboden. Für ein Meer, das dicht von Stromkabeln, Pipelines und Offshore-Windparks durchzogen ist, lässt sich diese Überschneidung von Sicherheit und Energie immer schwerer trennen.

Die Arbeit ist eine Antwort auf einen bereits laufenden Reformprozess. Bei ihrer Ministersitzung im Mai 2025 in Vihula sprachen sich die CBSS-Außenminister dafür aus, die Organisation stärker auf Sicherheitsfragen auszurichten, im Einklang mit dem Ilves–Landsbergis-Bericht über die Zukunft des Rates. Die daraus hervorgegangene Vihula-Erklärung hat zusammen mit gemeinsamen Interessen an Resilienz gegen Bedrohungen für Gesellschaften, kritische Infrastruktur und Schifffahrt die polnische CBSS-Präsidentschaft geleitet, die am 1. Juli 2025 begann.

Der Bericht schließt mit allgemeinen, kurz- sowie mittel- und langfristigen Empfehlungen für den CBSS, verstanden als Beitrag zur Reflexion über die Weiterentwicklung der Organisation. Für den baltischen Offshore-Sektor ist die Studie eine Erinnerung daran, dass die Institutionen, die die Infrastruktur der Region schützen sollen, selbst neu gestaltet werden — und dass Energiesicherheit nun fest auf dieser Agenda steht.