Die Leiter der Internationalen Energieagentur, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbankgruppe und der Welthandelsorganisation haben gewarnt, dass der Krieg im Nahen Osten die globale Energieversorgung, die Ernährungssicherheit und die Wirtschaftstätigkeit erheblich und ungleich belastet. Die vier veröffentlichten am 29. Mai eine gemeinsame Erklärung, nach einem Treffen einer im April eingerichteten hochrangigen Koordinierungsgruppe zu den energie-, handels- und wirtschaftspolitischen Folgen des Konflikts.

Die Erklärung betont, dass die Auswirkungen die verwundbarsten Länder am härtesten treffen – durch höhere Kraftstoff- und Düngemittelpreise, größere Unsicherheit und Risiken für Arbeitsplätze. Steigende Düngemittelkosten sind besonders besorgniserregend, da viele Länder in die Aussaatsaison eintreten. Zugleich werden die globalen Ölvorräte nach dem massiven Lieferausfall durch die Straße von Hormus in Rekordtempo abgebaut.

Die Institutionen warnten, dass ein anhaltend schneller Abbau der Ölbestände vor der sommerlichen Nachfragespitze auf der Nordhalbkugel zunehmende Risiken für Kraftstoffsicherheit, Marktbedingungen und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit bedeuten würde, sollten die Schifffahrtsströme nicht zur Normalität zurückkehren. Sie sagten zu, Düngemittel-Lieferketten und Energieentwicklungen genau zu beobachten, politische Reaktionen zu verfolgen und die Unterstützung für die am stärksten betroffenen Länder zu koordinieren.

Für die Ostseeregion unterstreicht die Warnung eine bekannte Lektion: Die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen bleibt die wichtigste Quelle von Preis- und Sicherheitsrisiken. Sie stärkt das Argument, das die Regierungen der Region seit 2022 wiederholt vorbringen – dass heimische erneuerbare Erzeugung, Netzverbindungen und Netzstabilität ebenso eine Sicherheits- wie eine Wirtschaftsinvestition sind.