Die Türkei bereitet den Einstieg in den Offshore-Windmarkt mit einer ersten Ausschreibung über 1.000 MW vor, die die Regierung im ersten Quartal 2027 durchführen will. Bis 2035 soll die installierte Offshore-Leistung 5 GW erreichen.
Ein Entwurf der Offshore-YEKA-Ausschreibung (Renewable Energy Resource Area) liegt vor. Er enthält langfristige Lizenzbestimmungen und eine vorgeschlagene Preisspanne von 0,07 bis 0,11 US-Dollar je kWh. Erfasst sind vier Gebiete in der Ägäis vor der nordwestlichen Küste: nahe der Bucht von Saros, um die Inseln Gökçeada und Bozcaada sowie bei Edremit.
Energie- und Rohstoffminister Alparslan Bayraktar kündigte an, die vollständigen Ausschreibungsdetails im September zu veröffentlichen; die Auktion folgt Anfang 2027. Offshore-Wind ist Teil eines nationalen Ziels von 120 GW kombinierter Solar- und Windleistung bis 2035.
Die Bedeutung reicht über die Türkei hinaus. Europas Offshore-Lieferkette — Schiffe, Fundamente, Kabel, Rotorblätter — ist bereits angespannt, und ein neuer 5-GW-Markt, der um dieselben Fertigungsslots und Installationsschiffe konkurriert, erhöht den Druck genau dann, wenn die Ostseeprojekte hochskalieren. Die Türkei verfügt allerdings über eigene Fertigung, darunter die Rotorblattproduktion von Nordex, was einen Teil dieser Nachfrage lokal binden könnte.
Quelle: IWR Energieletter 33/2026 sowie öffentliche Ausschreibungsberichterstattung.








