Der finnische Finanzausschuss der Regierung hat sich am 3. September für eine Verpflichtungsermächtigung ausgesprochen, die es dem Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung erlaubt, der Metsä Fibre Oy eine Investitionsbeihilfe von 21 Millionen Euro zu gewähren. Eine Entscheidung über die Beihilfe ist noch nicht gefallen; das Ministerium bereitet sie zur Genehmigung durch Klima- und Umweltministerin Sari Multala vor.
Die Mittel sind für eine geplante Anlage zur Abscheidung biogenen Kohlendioxids in Rauma an der finnischen Westküste vorgesehen. Die Anlage soll jährlich 100.000 Tonnen CO2 aus den Rauchgasen des Zellstoffwerks der Metsä Group in Rauma abscheiden, bei Gesamtinvestitionskosten von 70 Millionen Euro. Das abgeschiedene Kohlendioxid soll anschließend zur Herstellung erneuerbarer Elektrokraftstoffe weitergeleitet werden.
Dieser letzte Schritt rückt das Vorhaben in die energiewirtschaftliche Debatte und nicht allein in die Forstwirtschaft. Elektrokraftstoffe entstehen aus der Verbindung von abgeschiedenem Kohlenstoff mit Wasserstoff, der aus Strom gewonnen wird. Damit hängt die Wirtschaftlichkeit der Anlage an Verfügbarkeit und Preis erneuerbaren Stroms. Das finnische Netz gehört zu den windstärkeren im Ostseeraum, und industrielle Nachfrage dieser Art ist einer der Wege, auf denen überschüssige Windstromerzeugung einen Abnehmer findet.
“Eine der Prioritäten der Klimapolitik der Regierung ist es, Lösungen zu entwickeln, die Emissionen mindern und Kohlenstoff aus Industrie und Energieerzeugung abscheiden. Finnland braucht führende Innovatoren, die Projekte im industriellen Maßstab entwickeln, was wiederum die Umsetzung weiterer großer Abscheidungsanlagen befördert. Das vom Finanzausschuss unterstützte Projekt ist genau von dieser Art”, sagte Multala.
Die Beihilfe ist Teil eines befristeten Investitionsprogramms im Regierungsprogramm, das 90 Millionen Euro für Projekte zur Abscheidung biogenen Kohlendioxids reserviert hat. Bis zum Stichtag 31. März 2026 gingen im Ministerium acht Anträge ein; alle abschließenden Entscheidungen liegen bei Multala. Das Vorhaben in Rauma ist damit eines von mehreren noch offenen Verfahren.
Das Ministerium weist darauf hin, dass die in der Anlage entwickelten Lösungen später hochskaliert und an vergleichbaren Standorten wiederholt werden könnten – ein für den gesamten Ostseeraum relevanter Punkt, da die Zellstoff- und Papierkapazitäten in Finnland und Schweden eine konzentrierte Quelle biogener Rauchgase darstellen.








