Die staatliche Hafenbehörde von Klaipėda hat vier Seemeilen vor der Hafeneinfahrt eine mit Sensoren ausgestattete Navigationsboje in Betrieb genommen. Es ist die erste litauische Demonstrationsanlage im Rahmen des Horizont-Europa-Projekts MOVEO. Die Boje übermittelt See- und Wetterdaten in Echtzeit an Land und soll Schiffen als fester Bezugspunkt dienen, wenn deren GPS-Signal gestört wird.
Die Anlage misst Wellenhöhe, -richtung und -periode, Strömungsgeschwindigkeit und -richtung, Wasser- und Lufttemperatur, Luftdruck sowie das Ausmaß der GPS-Störungen im Zufahrtskanal. Die Messwerte werden im Rechenzentrum der Hafenbehörde gespeichert. In der nächsten Projektphase will der Partner MC Baltics Live-Messungen mit historischen Daten kombinieren, um ein Modell des maschinellen Lernens zu trainieren, das die hydrometeorologischen Bedingungen im Hafen und in den Zufahrten vorhersagt.
Die GPS-Funktion hat den deutlichsten Sicherheitsbezug. Störungen der Satellitennavigation gehören in der östlichen Ostsee seit 2024 zum Alltag der Schifffahrt, und Klaipėda wickelt sowohl den Verkehr zum litauischen LNG-Terminal als auch die Logistik für Offshore-Windprojekte ab. Verschlechtert sich die Positionsbestimmung eines Schiffes, soll die Boje das Treffgebiet markieren, in dem die Lotsen der Hafenbehörde an Bord gehen; diese führen das Schiff anschließend mit Ausrüstung, die trotz Störsignalen funktioniert, durch den Hafen.
„Die in der Ostsee ausgebrachte intelligente Boje sammelt bereits wichtige Navigationsdaten und übermittelt sie an Land. Künftig werden uns diese Informationen helfen, Schiffsankünfte flexibler zu planen, schnell auf veränderte Bedingungen zu reagieren und uns besser auf einlaufende Schiffe vorzubereiten“, sagte Algis Latakas, Geschäftsführer der staatlichen Hafenbehörde Klaipėda.
Klaipėda ist einer von fünf MOVEO-Demonstrationsstandorten. Das Projekt soll 18 Innovationen in der Schweiz, Italien, Frankreich und Litauen entwickeln und erproben, an unterschiedlichen Infrastrukturtypen, unter verschiedenen Klimabedingungen und in verschiedenen Phasen des Lebenszyklus. Das Gesamtbudget beträgt 5.735.250 Euro, davon entfallen 395.600 Euro auf den Hafen Klaipėda; 70 Prozent der Kosten des Hafens werden aus EU-Mitteln gedeckt. Nach Angaben der Hafenbehörde soll das Prognosesystem es künftig ermöglichen, Logistikpläne in Echtzeit anzupassen und Ladungsströme zu optimieren.








