Hochrangige Energievertreter aus Litauen, Lettland und Estland haben gemeinsam mit Polen vereinbart, gemeinsame Maßnahmen zum Schutz kritischer Energieinfrastruktur vor hybriden Bedrohungen zu beschleunigen — nach einem Treffen des Baltischen Ministerrats und der Baltischen Energiesicherheitsgruppe am 21. Mai in Vilnius. Im Mittelpunkt standen die Resilienz der Energienetze der Region und insbesondere der Drohnenabwehr.
Litauens Vize-Energieminister Gabriel Gorbačevski sagte, die Region sehe sich der Realität hybrider Bedrohungen gegenüber; auf die Vorfälle von 2023–2025 mit beschädigter Unterwasser-Energieinfrastruktur in der Ostsee folgten nun Risiken durch unbemannte Luftfahrzeuge. Die Vertreter einigten sich darauf, Drohnenabwehr als Standard-Sicherheitsmaßnahme für kritische Infrastruktur in der Region zu behandeln. Litauen verfügt über Drohnenerkennungs- und -abwehrsysteme an vier zentralen Energieanlagen, fünf weitere folgen bis Jahresmitte.
Der Ansatz stützt sich stark auf die Kriegserfahrung der Ukraine. Die Partner verstärken den physischen Schutz von Anlagen, bauen Notfallreserven an Ausrüstung auf, setzen elektronische Sicherung und Perimeterschutz ein und bereiten den Betrieb unter kritischen Bedingungen vor; Lettland investiert in mobile Übertragungsmasten und Umspannwerke, um die Versorgung nach Schäden rasch wiederherzustellen. Estland treibt ähnliche Arbeiten voran, um die Energieunabhängigkeit zu stärken und Investitionen zu mobilisieren.
Eine zentrale Frage ist die Finanzierung. Über die Fazilität „Connecting Europe” (CEF) hat die Europäische Kommission den baltischen Staaten und Polen 113 Mio. Euro zum Schutz und zur Resilienz der Strominfrastruktur zugewiesen. Die Vertreter forderten, dies durch einen dauerhaften Kofinanzierungsmechanismus zu verstärken, lobten die Flexibilität der CEF für eine rasche Umsetzung und erörterten gemeinsame regionale Reserven kritischer Energieausrüstung für eine schnellere Reaktion auf Störungen.






