Ignitis Group, der litauische staatlich kontrollierte Energiekonzern, hat seinen Strategieplan für 2026–2029 mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro veröffentlicht. Der Plan markiert eine strategische Neuausrichtung: weg von der raschen Ausweitung erneuerbarer Kapazitäten hin zu einem Wert-statt-Volumen-Ansatz mit Schwerpunkt auf grüner Flexibilität und einem widerstandsfähigen Stromnetz. Ende 2025 verfügte die Gruppe über 2,1 GW installierte grüne Kapazität, verglichen mit 1,2 GW drei Jahre zuvor.

Rund 55 Prozent der geplanten Investitionen – 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro – fließen in den Ausbau des Stromverteilnetzes; etwa 40 Prozent sind für den Ausbau erneuerbarer Erzeugung und Flexibilitäts- technologien vorgesehen, mit dem Ziel, die installierte Kapazität bis 2029 auf 2,8 bis 3,2 GW zu steigern. Energiespeicher und Netzausgleichslösungen werden eine größere Rolle spielen als bisher. Rechenzentren wurden als neues Wachstumsfeld identifiziert. “Im Zeitraum 2026–2029 legen wir unseren strategischen Fokus auf grüne Flexibilität und Netze und verfolgen einen Wert-vor-Volumen-Ansatz”, sagte CEO Darius Maikštėnas.

Ignitis Group zählt zu den größten Entwicklern erneuerbarer Energien im Baltikum und ist in Litauen, Lettland und Estland tätig. Die Strategie entsteht vor dem Hintergrund der wachsenden regionalen Nachfrage nach lokal erzeugter Flexibilitätskapazität, nachdem sich die baltischen Staaten Anfang 2025 erfolgreich vom russisch-weißrussischen Stromring getrennt haben.

Der Konzern strebt eine bereinigte EBITDA von 640 bis 700 Millionen Euro bis 2029, eine durchschnittliche bereinigte ROCE von 6,5 bis 7,5 Prozent sowie die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings von BBB oder besser an. Eine Dividendenuntergrenze von mindestens 1,54 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2029 wurde bestätigt. Im ersten Quartal 2026 meldete Ignitis eine bereinigte EBITDA von 192,2 Millionen Euro, ein Anstieg von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.